VoIP

All IP: So stellen Sie Ihr Unternehmen um

  • 04. Mai 2016
  • VoIP
  • erstellt von Jennifer Klöckner

So geht es nach der Umstellung auf VoIP weiter

2018 wir das ISDN-Netz der Telekom abgeschaltet. Diese Ankündigung gibt es nun schon seit geraumer Zeit. Laut einer Umfrage des DVPT scheint dies jedoch noch nicht in den Köpfen der Unternehmen angekommen zu sein: Weniger als die Hälfte arbeiten aktiv an der Umstellung auf VoIP, jedes sechste Unternehmen hat sich noch gar keine Gedanken zu dem Thema gemacht. Dieselbe Anzahl möchte sich erst mit der Abschaltung 2018 mit einem Wechsel beschäftigten. Ein Wechsel der kompletten Infrastruktur ist jedoch nicht „mal eben so“ erledigt. Unternehmen müssen sich jetzt mit der ISDN-Abschaltung befassen und einen Plan für die Zukunft schmieden. 

Wieso wird ISDN abgeschaltet?

Das ISDN-Netz ist mittlerweile veraltet. Die Wartung, inklusive der Ersatzteilknappheit, sowie der Betrieb ist kostspielig geworden – gerade im Hinblick auf den Parallelbetrieb des Internets. Über das Internet lassen sich sämtliche Medien (inklusive Sprache) übertragen. Die entstehenden Konvergenzen bedeuten ein erhebliches Kosteneinsparpotenzial und Erleichterung in der täglichen Arbeit. Beispielweise kann die Telefonie über VoIP einfacher in die Computerumgebung eingebunden werden. 

Ist 2018 zum Stichtag meine ISDN-Leitung dicht?

Fakt ist: Sie können auch nach 2018 Ihre ISDN-Telefonanlage weiter betreiben. Zwar stellt die Telekom dann alle Geschäftskundenanschlüsse auf All IP um, doch gibt es zahlreiche Alternativanbieter, die noch einen gewissen Zeitraum ISDN für Geschäftskunden anbietet. Doch steht die ISDN-Abschaltung auch dort bevor. Wer langfristig planen und zukunftssicher sein möchte, setzt schon jetzt auf eine VoIP-Lösung. 

Mehrere Wege führen zum Umstieg auf VoIP 

Nun gibt es nicht „die eine Lösung“, wie die Umstellung auf VoIP gemeistert werden kann. Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Wechsel entweder schrittweise oder gleich komplett durchzuführen.

Möglichkeit #1: ISDN over IP

Für Unternehmen, die erst vor Kurzem in neue Anlagenhardware investiert haben, ist eine radikale Umstellung natürlich schmerzhaft. Dafür gibt es ein Angebot, das sich ISDN over IP nennt. Hierbei handelt es sich um eine ISDN-Leitung, die auf dem Internet Protokoll (IP) basiert. So erhält man sozusagen eine hybride Lösung, die den Umstieg auf VoIP Schrittweise einleitet. Ein Telekommunikationsunternehmen, das diese Lösung anbietet, ist die QSC AG. Eine langfristige Lösung ist dies aber auch nicht, denn irgendwann ist natürlich die ISDN-Technik veraltet und eine Reparatur oder Neubeschaffung wird kostenintensiv oder sogar unmöglich.

Möglichkeit #2: SIP-Trunk

Beim SIP-Trunking hosted das Unternehmen seine eigene IP-basierte Telefonanlage. So können IP-basierte Telefonanlagen mehrere gleichzeitige IP-Sprachverbindungen für die Unternehmensnebenstellen mit einem Provider aufbauen. Diese Anlage ist mit einem SIP-Account an das Telefonnetz angeschlossen..

Der Vorteil: Über das Direct Dial In (direkte Durchwahl) erhalten Endgeräte, wie bei ISDN-Anlagen üblich, eine eigene, anwählbare Durchwahl. Die Telefonanlage ist mit einem einzigen SIP-Account beim Provider angemeldet.  Im Vergleich: Die Regel beim SIP-Verfahren ist, dass jedes Endgerät ein eigenes SIP-Konto benötigt

Möglichkeit #3: Virtuelle Telefonanlage

Eine virtuelle Telefonanlage ist für alle Unternehmen zu empfehlen, die Ihre Telefonanlage nach der Umstellung nicht mehr selbst hosten möchten. Hardware und Wartung fallen so nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich des Unternehmens, sondern wird von dem Anbieter über ein Rechenzentrum dargestellt. So entstehen erhebliche Kosteneinsparpotenziale. Nebenbei erhalten Sie einen großen Funktionsumfang, den Sie ganz einfach über Ihren herkömmlichen Webbrowser konfigurieren können. Insbesondere die Flexibilität solcher virtuellen Telefonanlagen ist hier herauszustellen: Im Gegensatz zu herkömmlichen Telefonanlagen sind Konfigurationen schneller und einfacher zu treffen. Rufnummern und Optionen können flexibel und ohne Mindestlaufzeit hinzugebucht oder deaktiviert werden. Für eine virtuelle Telefonanlage benötigen Sie lediglich einen Internetanschluss. Telefonieren können Sie über IP-Telefone, Computersoftware, Smartphone-Apps oder auch analoge Geräte, die Sie mittels Adapter oder Router (wie bspw. die Fritzbox) VoIP-fähig machen.

Fazit: Das Sprichwort „Viele Wege führen nach Rom“ gilt auch für die Umstellung auf VoIP. Klar ist aber: Eher früher als später sollte sich jeder mit der ISDN-Abschaltung beschäftigen und die persönlich beste Lösung herausfinden.