VoIP

Wie viel Bandbreite benötigt VoIP?

  • 22. Februar 2016
  • VoIP
  • erstellt von Jennifer Klöckner

Welche Bandbreite benötigt mein Internetanschluss für die Cloud Telefonanlage?

Eine der Grundsatzfragen, die bei der Recherche zu Voice Over IP und Cloud Telefonanlagen aufkommt, ist: Reicht die VoIP Bandbreite des vorhandenen Internetanschlusses für die Nutzung von VoIP Telefonanlagen aus?

Eine pauschale Antwort dazu lässt sich nicht geben. Es gibt jedoch mehrere Parameter, die bei der nötigen Bandbreite des Internetanschlusses für VoIP Telefonie und VoIP Telefonanlagen, beachtet werden sollten.

Benötigte Bandbreite eines VoIP-Telefonats

Einer dieser Parameter ist die Bandbreite, die ein VoIP Telefonat benötigt. So werden pro Telefonat grundsätzlich bis zu 150 kBit/s im Downstream sowie im Upstream benötigt. Das bedeutet, dass die Downloadgeschwindigkeit und die Uploadgeschwindigkeit des Internetanschlusses ausreichend sein muss.

Um die nötige Bandbreite zu berechnen, müssen Sie beobachten, wie viele Telefonate in Ihrem Unternehmen im Maximum gleichzeitig geführt werden. Bei 5 gleichzeitigen Telefonaten muss mindestens eine Bandbreite von 750 kBit/s im Up- und Downstream für das VoIP Telefonat zur Verfügung stehen, um eine gute Sprachqualität zu gewährleisten und Verbindungsabbrüche zu verhindern.

Brandbreite für VoIP-Telefonie: Flaschenhals Upstream 

Die Bandbreite, die ein Internetanschluss im Downstream liefert, ist hierbei seltener das Problem. Bei einem DSL 3000 Anschluss liegen 3000 kBit/s im Downstream vor. In der Theorie befähigt Sie dies zu mindestens 20 parallelen VoIP-Gesprächen. Der Flaschenhals entsteht hier durch die Upload-Geschwindigkeiten eines solchen Anschlusses. Dieser beträgt je nach Anbieter circa 380 kBit/s. Dies verändert die Sache schon deutlich, denn anstelle der 20 parallelen Telefonate können Sie aufgrund der Upstream-Geschwindigkeit nur 2 Telefonate gleichzeitig führen. Ähnlich verhält es sich bei größeren DSL-Anschlüssen, die im Upstream deutlich niedrigere Bandbreiten aufweisen, als im Upstream – sofern es sich um ADSL-Anschlüsse handelt.

VoIP-Telefonanlage: ADSL oder SDSL? 

Bei ADSL-Anschlüssen (Asymmetric Digital Subscriber Line) ist sind die Upload- und Download-Bandbreiten unterschiedlich, also asymmetrisch. So entsteht der Flaschenhals im Upload und begrenzt die Anzahl der VoIP-Gespräche, die im Downstream genauso viel Bandbreite benötigen, wie im Downstream. Eine mögliche Lösung wäre die Wahl eines SDSL-Anschlusses (Symmetric Digital Subscriber Line), bei dem die Upload- und Downloadgeschwindigkeiten identisch sind. So liefert ein SDSL 3000 Anschluss 3000 kBit/s im Upload und im Download und befähigt Sie so tatsächlich zu 20 parallelen VoIP Telefonaten. Nun sind SDSL-Anschlüsse jedoch relativ teuer und meist großen Firmen vorbehalten. Daher kann auch auf die Frage, ob SDSL oder ADSL vonnöten ist, nicht pauschalisiert geantwortet werden. Auch ein ADSL-Anschluss kann für Ihre Bedürfnisse mehr als ausreichend sein, sofern die Upload-Geschwindigkeit mit diesem Bedarf übereinstimmt. Eine Analyse Ihres Telefonaufkommens somit ist unerlässlich.

VoIP-Bandbreite: Priorisierung im Netzwerk / QoS

Was Sie bei der benötigten Bandbreite für VoIP beachten müssen, ist, dass neben den Internettelefonaten weitere Bandbreite durch den Empfang und Versand von E-Mails, das Surfen im Internet, das Ansehen von Videos oder anderen Aktivitäten im Internet gebraucht wird. So sollten Sie für diese Aktivitäten neben VoIP einen Puffer in Ihrer Bandbreite berechnen.

Besonders zu empfehlen ist die Priorisierung von VoIP-Verbindungen mittels QoS (Quality of Service)-Maßnahmen in Ihrem Netzwerk. So werden Ihre VoIP-Telefonate gegenüber anderen Anwendungen, die Bandbreite benötigen, bevorzugt und gewährleistet so eine einwandfreie Telefonverbindung. Downloads etc. anderer Internet-Anwendungen werden bei belegter Bandbreite so weit gedrosselt und für VoIP freigestellt, dass einem qualitativ hochwertigen Telefonat nichts mehr im Wege steht. Bei vielen verbreiteten VoIP-fähigen Internet-Routern, wie z.B. der FRITZ!Box, ist diese Maßnahme bereits voreingestellt. 

Fazit: Wählen Sie Ihren Internetanschluss nach Ihrem Telefonie- und Surfverhalten aus und beachten Sie Maßnahmen zur Priorisierung von VoIP-Verbindungen. 

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