VDSL

Was ist VDSL? – Eine Definition

VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) ist eine Übertragungstechnik im DSL-Bereich (Internetanschluss), welche sich durch besonders hohe Übertragungsgeschwindigkeiten auszeichnet.

Im Gegensatz zu herkömmlichen DSL-Anschlüssen, bei denen die Daten nur über ein Kupferkabel übertragen werden, kommen bei VDSL-Anschlüssen Kupferkabel und Glasfaser zum Einsatz. So können mit VDSL bis zu 100 Mbit/s im Downstream und bis zu 40 Mbit/s im Upstream erreicht werden.

VDSL-Anschlüsse eignen sich daher besonders für alle, die einen schnellen Internetanschluss benötigen. Mit VDSL ist Streaming und HDTV kein Problem.

VDSL vs. ADSL – Wo liegt der Unterschied?

Herkömmliche DSL-Anschlüsse sind in der Regel ADSL-Anschlüsse. Das „A“ in ADSL sagt aus, dass es sich um einen asymmetrischen Anschluss handelt. Asymmetrisch ist der Anschluss, da die Downloadraten deutlich höher sind als die Uploadgeschwindigkeiten.

Auch bei VDSL handelt es sich um eine asymmetrische Anschlussart. Immerhin unterscheidet sich auch bei VDSL die Upload- von der Downloadgeschwindigkeit. Mit ADSL sind jedoch meist herkömmliche DSL-Anschlüsse gemeint, die, wie bereits erwähnt, über Kupferkabel angebunden werden und somit langsamer sind. 

Bei VDSL-Anschlüssen befindet sich mindestens der Kabelverzweiger (KVz) an einem schnellen Glasfaseranschluss. Die „letzte Meile“ wird in vielen Fällen über Kupferleitungen bereitgestellt. Durch bestimmte Technologien (Vectoring) wir hier zum Teil eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s im Downstream ermöglicht. Bei ADSL-Anschlüssen ist in der Regel nicht mehr als 16 Mbit/s Downloadbanbreite möglich.

Welche Übertragungsverfahren bei Internetzugängen gibt es?

Es gibt verschiedene Übertragungsverfahren bei Internetzugängen:

  • DSL bietet Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 6 Mbit/s
  • ADSL ist eine DSL-Weiterentwicklung und bietet bis zu 8 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit
  • ADSL2 bietet bis zu 12 Mbit/s
  • Die Weiterentwicklung ADSL2+ schafft Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 16 Mbit/s
  • VDSL schafft bis zu 100 Mbit/s - realistisch werden meist jedoch nur 50 Mbit/s erreicht.

VDSL: Verfügbarkeit in Deutschland

Laut VuMA-Studie besaßen 2018 42,33 Mio Menschen einen DSL- oder VDSL-Anschluss. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gibt an, dass für mehr als 88 % aller deutschen Haushalte Anschlüsse mindestens 30 Mbit/s im Downstream zur Verfügung stehen.

Diese Zahlen wirken, als hätten wir in Deutschland flächendeckend Breitband-Internetanschlüsse. Wie jedoch die Berichterstattung in den letzten Jahren gezeigt hat, ist dem leider nicht so. Insbesondere in ländlichen Gegenden stehen, wenn überhaupt, oft nur Anschlüsse mit geringen Geschwindigkeiten zur Verfügung.

Ob VDSL an Ihrem Standort verfügbar ist, lässt sich also nur individuell bei den entsprechenden Anbietern überprüfen. Dazu gibt es bei den meisten Internetanbietern online einen VDSL Verfügbarkeitscheck, bei dem Sie Ihre Adresse prüfen können.

VDSL-Ausbau: So geht der Netzausbau in Deutschland voran 

Die Deutsche Telekom als größter deutscher Netzbetreiber begann schon 2006 mit dem Ausbau des VDSL-Netzes. Seit der Öffnung der Netze haben auch andere Anbieter eigene VDSL-Tarif im Angebot und bauen sogar eigene Netze.

Trotzdem wird die Geschwindigkeit des Breibandausbaus kritisiert. Zu Recht, hängen wir doch im Vergleich zu anderen Staaten deutlich hinterher. Das Problem: der Breitbandausbau ist teuer und lohnt sich insbesondere dort nicht, wo zwar Bedarf, aber keine große Nachfrage besteht: In ländlichen Gebieten. 

Vor allem die Telekom setzt die Technologie Vectoring ein, um auch ohne große Investitionen in den Netzausbau hohe Bandbreiten anbieten zu können: Mittels Vectoring werden Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s im Downstream zum Teil auch auf Kupferleitungen möglich. 

VDSL-Speedtest: Wie viel Leistung bringt mein VDSL-Anschluss?

Wenn man für 100 Mbit/s Downloadbandbreite zahlt, möchte man diese natürlich auch bekommen. Wenn das Internet trotz der vereinbarten Geschwindigkeit lahmt, lohnt es sich einen VDSL-Speedtest zu machen und die Geschwindigkeit des Internets zu prüfen.

Im Internet gibt es viele verschiedene Speedtests für Internetanschlüsse. Einige werden von unabhängigen Seiten bereitgestellt, andere können direkt beim Anbieter durchgeführt werden. Seit einiger Zeit bietet auch die Bundesnetzagentur einen Speedtest für Verbraucher an.

Sollten die Werte drastisch vom vereinbarten Tarif abweichen, so sollten Sie dies bei Ihrem Provider reklamieren. Die Test-Ergebnisse helfen dabei, Ihren Fall zu untermauern. Bitte beachten Sie jedoch: Führen Sie den Speedtest nur mit einem Gerät durch, das per LAN-Kabel direkt mit dem Router verbunden ist. Die Geschwindigkeit im WLAN hat keine Aussage, da Funkverbindungen naturgemäß Schwankungen und Interferenzen ausgesetzt sind. 

Zum Speedtest der BNetzA

Hardware für VDSL: Router und weitere benötigte Technik

Um einen VDSL-Anschluss nutzen zu können, wird ein entsprechender Router benötigt. Der Router (meist mit integriertem Modem) empfängt das Signal aus der TAE-Dose und verteilt es an die Endgeräte – per LAN-Kabel oder über das Funknetz WLAN.

Nebst Router waren bei ISDN-basierten Anschlüssen so genannte „Splitter“ im Einsatz, die das Telefon- und das Internet-Signal, welche über dieselbe Leitung liefen, aufteilte. Bei den heutigen IP-basierten Anschlüssen ist dies nicht mehr nötig. Da Modems meist im Router integriert sind, fällt auch diese Hardware weg.

Grundsätzlich sind die meisten modernen Router VDSL-fähig. Bei einigen Anbieter können Sie passende Router oft direkt kaufen oder mieten. Oft sind dieses entweder spezielle Geräte oder gebrandete Geräte, die im Funktionsumfang eingeschränkt sein können. Dank des Verbots des Routerzwangs kann der Router nun frei gewählt werden. Weit verbreitet ist hier die Fritzbox von AVM. Hierbei handelt es sich um leistungsfähige Geräte mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mit einem VDSL Router haben Sie schon die erforderliche Hardware, um Ihren VDSL-Anschluss zu nutzen. Möchten Sie zusätzlich Telefonie nutzen, brauchen Sie natürlich noch ein entsprechendes Telefon. Haben Sie einen Tarif, der neben VDSL auch Fernsehen einschließt gebucht, so brauchen Sie weiterhin Hardware für den TV-Empfang. Dies kann ein Receiver, eine DVBT-Antenne oder ähnliches sein.

Bewerten Sie diesen Artikel

4.5 / 5

4 Besucher bewerten diesen Artikel durchschnittlich mit 4.5 von 5 Sternen.