TAE & TAE-Dose: Telekommunikations-Anschluss-Einheit für Telefon und DSL 

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Was ist TAE?

Die Telekommunikations-Anschluss-Einheit, kurz TAE, ist eine Anschlussdose für Telefone und Zusatzgeräte, wie beispielsweise Faxgeräte, Anrufbeantworter oder Modem, an die Anschlussleitung. TAE, oder auch Monopoldose genannt, wird vor allem in Deutschland, aber auch in Liechtenstein und Luxemburg verwendet. Sie bildet den klassischen Übergabepunkt für denTAE-Anschluss innerhalb von Gebäuden.

TAE-Buchsen und TAE-Stecker verfügen über bis zu sechs einzelne Anschlusskontakte. Je nach Gerät wird ein unterschiedlicher Kontakt belegt. Die standardisierte Bauform sorgt dafür, dass verschiedene Endgeräte sicher und normgerecht angeschlossen werden können.

Für den Netzbetreiber stellt die Telefondose den Netzabschluss dar, jedoch lassen sich hinter der Telefondose auch weitere Telekommunikations-Anschluss-Einheiten installieren, etwa zusätzliche Telefonanschlussdose oder eine interne Nebenstelle.  Mittlerweile kann die TAE-Dose auch für den Internetzugang genutzt werden, indem ein Router über einen Splitter mit der Telefondose verbunden wird.

Technisch gesehen handelt es sich bei der TAE um eine genormte Buchse, bei der die Signale über eine definierte Ader im Telefonkabel geführt werden. Die Kontakte sind so ausgelegt, dass ein falsches Einstecken durch eine mechanische Kodierung verhindert wird. 

Einführung der TAE-Dose

Die TAE wurde 1998 zur Vorbereitung der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes eingeführt, um eine einheitliche Anschlussnorm für alle Endgeräte zu schaffen. So konnten auch erstmal die Kunden selbst Telefonie-Endgeräte anschließen, ohne auf einen Techniker angewiesen zu sein.

Zuvor verwendete Dosen bestanden aus einem fest verdrahteten Telefonanschluss. Bei dieser Art der Telefonanschlussdose war ein Wechsel des Endgeräts nicht möglich. Vorläufer von TAE war die Verbindungsdose (VDo, SvDo) mit einem festen Telefonanschluss. Für Zusatzgeräte wurde eine Anschlussdose (ADo) als steckbarer Anschluss nachträglich montiert.

Das neue System des Telekommunikationsanschlusses TAE sollte Folgendes erfüllen:

  • die bundesweit einheitliche Anschlussform
  • funktionsfähige Anschlüsse
  • Parallelschaltung von Telefonen verhindern

Je nach Ausführung gibt es die TAE-Anschlussdose als Aufputz- oder Unterputz-Variante. Während Aufputz-Modelle sichtbar auf der Wand montiert werden, verschwinden Unterputz-Dosen in der Wand. Hersteller wie Rutenbeck bieten unterschiedliche Bauformen an, darunter auch Varianten im Format 3 × 6 oder TAE 6, die mehrere Buchsen kombinieren.

Welchen TAE-Stecker gibt es? – Kodierung der Telefondose

Die einzelnen Buchsen und Stecker der TAE-Dosen weisen unterschiedliche Kodierungen auf. TAE-Dosen sind entweder F- oder N-kodiert. Man bezeichnet diese als TAE-F und TAE-N.

Die F-Kodierung ist für die Verbindung von Fernsprechapparaten wie Telefonen vorgesehen. Das F steht hierbei für Fernsprechen.

N-kodierte Telefonanschlussdosen ermöglichen die Verbindung mit Zusatzeinrichtungen wie Modem, Fax oder Anrufbeantworter. N steht für „nicht Fernsprechen“, was impliziert, dass diese Buchsen und Stecker nicht für den Anschluss von Telefonen vorgesehen sind. NTBA oder DSL-Splitter werden allerdings üblicherweise mit der F-Buchse verbunden.

Daneben gibt es auch U-kodierte TAE-Buchsen, die aber seltener zu finden sind. U steht für „Universal“. U-kodierte Steckdosen erlauben den Anschluss von F- und N-kodierten Steckern.

Im Vergleich dazu sind Telefonanschlussdosen, die mit mehreren (oft drei) verschieden kodierten Steckdosen ausgestattet sind, wie zum Beispiel NFN-Dosen, weiter verbreitet. Eine NFN-Kombination besteht typischerweise aus einer F- und zwei N-Buchsen, sodass neben dem Telefon auch ein Anrufbeantworter oder ein weiteres Gerät angeschlossen werden kann.

Beim Anklemmen einer Telefonanschlussdose werden die Leitungen meist über Schraubkontakte oder eine LSA-Klemme kontaktiert. Dabei ist darauf zu achten, dass die richtige Ader korrekt aufgelegt wird, um Störungen zukünftig zu vermeiden.

In modernen Netzwerkinstallationen wird die klassische Telefonanschlussdose zunehmend durch strukturierte Verkabelung mit RJ45 ersetzt. Eine RJ45-Buchse oder eine LAN-Dose kann – je nach Ausbau – ebenfalls für IP-basierte Endgeräte genutzt werden. Allerdings ist ein RJ45-Stecker nicht direkt kompatibel mit einer klassischen Telefonanschlussdose, da Bauform und Signalführung unterschiedlich sind. 

Internet per TAE Dose

Über den Teilnehmeranschluss, der in der TAE-Dose endet, werden auf zwei verschiedenen Frequenzen das Telefon- und das DSL-Signal weitergeleitet. Damit die Telefonie und das Internet problemlos funktionieren, müssen beide Frequenzen getrennt werden.

Für die Trennung der beiden Frequenzen wird ein sogenannter DSL-Splitter benötigt. Ein DSL-Filter sorgt dafür, dass unterschiedliche Signale an das Festnetz-Telefon und den WLAN-Router weitergeleitet werden. Beide Frequenzen werden aufgeteilt und in Senderichtung wieder zusammengeführt.

Bei modernen Internet-Anschlüssen, die eine andere Übertragungstechnologie nutzen, muss nur noch selten ein DSL-Filter zwischen Telefondose und Router geschaltet werden. Diese aktuellen DSL-Anschlüsse werden häufig „Anschluss ohne Splitter“ oder „All-IP-Internet“ genannt.

Die Voice-over-IP-Technolgie (VoIP) hat es möglich gemacht, dass das Internet-Signal nicht mehr über das klassische Telefonkabel kommt, sondern dass die Telefonverbindung über das Internet läuft. VoIP ermöglicht die Telefonie über das Internet und macht somit den DSL-Filter überflüssig. Zudem sind diese neuen Internet-Anschlüsse wesentlich schneller als die alten Varianten, weil die gesamte Bandbreite für das DSL-Signal genutzt werden kann.

Bei reinen IP-Anschlüssen erfolgt der Betrieb der Geräte direkt über den Router, der das integrierte Modem bereits enthält. Die klassische Telefonanschlussdose bleibt jedoch weiterhin der physische Übergabepunkt des Netzbetreibers in der Wohnung oder im Büro.