15. April 2021 (aktualisiert am 24. Juni 2021)      Erstellt von Viktoria Szostakowski     Arbeitsleben

Smalltalk: Vorteile des Alltagsgesprächs im Job

Warum Smalltalk mit Kollegen auch in Corona-Zeiten so wichtig ist

Bedingt durch die Corona-Pandemie gehört Home Office und Teamarbeit auf Distanz zum Arbeitsalltag vieler Büroangestellter. Der Austausch zwischen Kollegen und Kolleginnen findet vermehrt online statt – meistens per Chat oder Videocall. Dank hilfreicher, professioneller Tools lassen sich zwar auch unter diesen Umständen Arbeitsprozess erfolgreich umsetzen, jedoch werden dabei der sonst im Arbeitsalltag geführte Smalltalk vernachlässigt und kollegiale Beziehungen nicht immer entsprechend gepflegt.

Während eines üblichen Arbeitstags treffen wir unsere Kollegen im Büro, erzählen von Erlebnissen am Wochenende und halten kurzen Smalltalk, während wir uns einen Kaffee zubereiten. Die aktuelle Corona-Pandemie und die damit verbundenen, notwendigen Maßnahmen schränken dies jedoch ein.

Seit Anfang letzten Jahres befindet sich der Großteil der Büroangestellten im Home Office oder treffen, wenn sie mal im Büro sind, in der Regel nur auf die Hälfte der Belegschaft. Diese Umstände haben in vielerlei Hinsicht Folgen. Zum einen können das Teamgefühl leiden und Arbeitskollegen sich entfremden. Weiterhin entstehen oft im Laufe von kleinen, persönlichen Gesprächen große und kreative Ideen. Wenn die Kommunikation jedoch lediglich digital stattfindet und dabei auf das Notwendigste reduziert wird, wird dieser Ideenfindungsprozess behindert.

Das Führen von persönlichen Gesprächen, das als Quelle für kreativen Ideenaustausch und die Entwicklung von Plänen dienen kann, sollte daher auf keinen Fall vernachlässigt werden. Im Folgenden stellen wir Ihnen hilfreiche Tipps vor, wie Sie das Arbeitsklima aufrechterhalten und die Beziehung zwischen den Arbeitskollegen pflegen können.

Tipps für mehr Kommunikation im Team

1. Raum für Privates schaffen

Das Abhalten von Online-Konferenzen bringt sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich. Zum einen ist es so einfacher bei den zentralen Inhalten zu bleiben und nicht in persönliche Gespräche zu verfallen. Andererseits kann dies auch ein Nachteil sein, da sich Meetings somit ziemlich trocken gestalten und kollegiale Beziehungen leiden können. Es fallen nicht nur der Austausch von persönlichen Gesprächen weg, sondern Aspekte, die die zwischenmenschliche Kommunikation ausmachen. Nonverbale Kommunikation fehlt im digitalen Gespräch, wodurch sich das Auflockern von ernsten Gesprächen schwieriger gestaltet. Es bietet sich deshalb beispielsweise an, zu Beginn eines Online-Meetings Raum für persönlichen Austausch und Gespräche einzubauen. Dadurch kann eine persönliche Beziehung aufgebaut werden, die sowohl den Verlauf des Meetings als auch das Teamgefühl im Allgemeinen positiv bestimmen kann.

2. Transparenz schaffen

Eine Gefahr des Home Offices besteht darin, dass die Transparenz verloren geht. Es kann schnell den Überblick verloren werden, woran die einzelnen Kollegen gerade arbeiten und wie sich deren Arbeitsalltag momentan gestaltet. Dies kann Unsicherheiten und das Gefühl von Isolation schaffen. Um den entgegenzuwirken, empfiehlt es sich über den Arbeitsstatus auszutauschen in Form von regelmäßigen Update zu laufenden Projekten. Dabei soll jedoch kein Gefühl von Kontrolle entstehen, sondern im Gegenteil Arbeitskollegen und -kolleginnen wieder näher zueinander finden.

3. Team-Meetings interaktiv gestalten

Nicht nur für das Teamgefühl, sondern auch für neue Ideenfindungen kann es vorteilhaft sein, Team-Meetings interaktiv zu gestalten. Einseitige Frontalvorträge können ermüdend, entmutigend und somit nicht gewünschte Auswirkungen auf das Team und deren Produktivität haben. Meetings sollten daher interaktiv gestaltet werden, sodass Diskussionen und davon ausgehend neue Ideen entstehen können. Die dadurch geschaffenen Erfolgsmomente stärken den Zusammenhalt und steigern die Zufriedenheit der Mitarbeiter.

4. Austausch im Team fördern

Es ist hilfreich, sich regelmäßig mit allen Teammitgliedern auszutauschen. Dabei sollte aber stets drauf geachtet werden, dass kein Gefühl von einem offiziellen Mitarbeitergespräch entsteht – dies könnte ganz falsche Signale senden. Es sollten sowohl Gespräche unter Mitarbeitern als auch mit Führungskräften gefördert werden. Es ist ebenfalls hilfreich dabei einen zentralen Ansprechpartner zu bestimmen, der vorzugsweise über keine Führungsposition verfügt, aber trotzdem gut vernetzt ist. Dieser kann dann bei Unzufriedenheiten und Schwierigkeiten kontaktiert werden.

5. Virtuelle Treffen organisieren

Es ist wichtig lockere Zusammentreffen im Team beizubehalten. Dies kann in unterschiedlichen Formen geschehen – beispielsweise in einem virtuellen Pausenraum, in dem gemeinsam Kaffee getrunken oder zu Mittag gegessen wird, oder bei einem Feierabendbier zum Wochenausklang per Video-Meeting. Diese Treffen sollten aber einen ungezwungenen Charakter haben und in erster Linie der Unterhaltung und der Entspannung vom stressigen Arbeitsalltag dienen. Wie sich diese Zusammenkünfte aber genau gestalten, hängt von der Teamkultur ab.

Der sonst so abgewertete Smalltalk, der als Störung von Produktivität und Konzentration verurteilt wird, erweist sich unter den extremen Bedingungen von Dauer-Home-Office und sozialer Distanzierung als ziemlich notwendig. Dieser sorgt nämlich sowohl für kollegiales Zusammengehörigkeitsgefühl, einer angenehmen Arbeitsatmosphäre als auch für das Entstehen von neuen Ideen und Projekten – insbesondere in kreativen Bereichen. Sollten Sie das Gefühl verspüren, dass sich innerhalb Ihres Teams frustrierte Stimmungen und Gefühle von Isolation breit machen, sollten Sie versuchen die sonst so gewohnten Räume für persönliche Gespräche wiederherzustellen. Die genannten Tipps können eine Hilfe sein, jedoch ist der Kreativität keine Grenze gesetzt. Schließlich schaffen krisenhafte Ausnahmesituationen oft auch den Anstoß für kreative und alternative Ideenfindungen.


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