02. Februar 2018     Erstellt von Jennifer Klöckner     Arbeitsleben

Arbeiten im Home Office: So klappt's

Tipps für effektiveres Arbeiten im Home Office

Die Möglichkeit, von Zuhause aus zu arbeiten, bieten mittlerweile viele Unternehmen. In Skandinavien, der Schweiz und Luxemburg arbeitet schon jeder 5. regelmäßig von Zuhause aus. Auch als Freiberufler oder Selbstständiger befindet man sich häufig im Home Office und arbeitet daheim. Das klingt auf den ersten Blick natürlich himmlisch: Kein stressiger Arbeitsweg über verstopfte Straßen oder in überfüllten Bussen und Bahnen, immer frischer und guter Kaffee und gemütliche Klamotten – denn Zuhause darf man ja auch im Pyjama arbeiten. Quasi: Einfach aus dem Bett an den Schreibtisch fallen und sofort produktiv arbeiten. Klasse, oder?! Doch so einfach ist das nicht, denn überall im trauten Heim lauern kleine und große Ablenkungen, die die Produktivität mindern und uns dazu verleiten, andere Dinge zu tun, als zu arbeiten.

Studien belegen, dass für viele Arbeitnehmer ein Job erst attraktiv wird, wenn er flexibel ist. Sprich: Um den „War for talent“ zu gewinnen, müssen sich Arbeitgeber flexibel und vertrauensvoll zeigen und ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, auch außerhalb des Büros zu arbeiten – z.B. im Home Office. Und das können sie auch, zumindest bei uns, der Generation Y. Die Generation Y findet Arbeit sehr wichtig. Es ist nicht nur ein Mittel, um die Brötchen zu verdienen und diese schön belegt auf Instagram zu posten – nein, die Generation Y möchte sich mit dem eigenen Job identifizieren können und sich dort entfalten. Trotzdem soll die Arbeit in einem gesunden Verhältnis zum Privatleben stehen – die „Work-Life-Balance“ soll eben passen. Und dazu kann das Home Office beitragen.

"Je länger Menschen arbeiten, desto weniger Zeit haben sie zur freien Verfügung. Dabei ist Freizeit wichtig für das allgemeine Wohlbefinden und kann die physische und psychische Gesundheit stärken." - OECD-Studie

Doch trotzdem wir uns so sehr mit unserem Job identifizieren – auch wir sind nur Menschen, die sich leicht von der piepsenden Waschmaschine, dem Geschirr in der Spüle oder den Staubfusseln in der Ecke ablenken lassen, wenn wir daheim arbeiten. Um auch Zuhause produktiv zu bleiben und wirklich die Aufgaben des Jobs zu erledigen, anstatt den Haushalt zu machen und nebenher die Lieblingsserie zu binge-watchen, haben wir hier einige Tipps zusammengestellt, die die Arbeit im Home Office effektiver und vor allem produktiver erledigen lässt. 

Home Office Pro Tipp #1: Kleider machen Leute

Wie verlockend es doch ist, einfach aus dem Bett zu steigen und sich im Pyjama an den Rechner zu setzen. So gemütlich lässt es sich doch arbeiten! Nein, leider nicht. 

Um uns auf den Arbeitsalltag vorzubereiten, brauchen wir schon das richtige Mindset: „Jetzt beginne ich mit der Arbeit“. Das ist auch wichtig, um die Arbeit einzuteilen und so auch pünktlich Feierabend machen zu können – Stichwort: Work-Life-Balance. Denn auch im Home Office und trotz dauerhafter Erreichbarkeit Dank der Digitalisierung, brauchen wir den Feierabend, um abzuschalten. Und den Tag prokrastinieren, um dann in den Abendstunden produktiv zu sein, funktioniert in der Regel weniger gut. Kennen wir doch noch aus dem Studium. Aber dazu später mehr. Die Kleidung hilft dabei, dieses Mindset aufzubauen: Es ist doch bestimmt schon einmal jedem aufgefallen, dass bestimmte Kleidung auch unser persönliches Auftreten beeinflusst. Auch im Hinblick auf die Arbeit gibt sie uns den richtigen Startschuss.

Der Tipp ist also: Wie immer aufstehen, frühstücken, anziehen und dann los zu Arbeit! Der Morgen sollte sich nicht von einem herkömmlichen Arbeitsmorgen unterscheiden – außer beim kürzeren Arbeitsweg.

Home Office Pro Tipp #2: Auch ohne Stempeluhr die Arbeitszeit einhalten

Home Office im Bett

Auch wenn es bereits erwähnt wurde: Das Einhalten der Arbeitszeit ist ein ganz wichtiger Faktor für die Produktivität und gegen den Stress. Auch, wenn man Zuhause arbeitet, um den stressigen Arbeitsweg oder dem lauten Großraumbüro zu entgehen – oft ist man im Home Office gestresster als auf der Arbeit. Studien zeigen zwar, dass Home Office Arbeiter längere Konzentrationsphasen haben, sich aber in der Regelarbeitszeit von 8 Stunden dadurch stärker auspowern und auch mehr Überstunden machen. Wer will auch schon den genialen Kreativitätsschub einfach aufgeben? Doch genau das stresst Home Office Jobber mehr als die Kollegen im Büro.

Dazu kommt in vielen Fällen das Bedürfnis den Kollegen und dem Chef zu zeigen: „Hey, ich arbeite!“, nur um etwaige Zweifel auszuräumen, die unter Umständen auch gar nicht da sind. So scheuen sich viele Home Office Worker in den Feierabend zu gehen und checken E-Mails noch beim Zubettgehen. Das sollte nicht sein, denn wenn die Arbeit ständig im Kopf herumschwirrt, so fällt das Abschalten schwer. Es kommt teils zu Schlafstörungen und so zu Produktivitätsverlusten, die man eigentlich ja verhindern möchte.

Tipp: Halten Sie sich auch hier an ihre Arbeitszeit. Ein bisschen früher oder später anfangen und aufhören ist sicherlich ok, gerade, wenn die Arbeit getan ist oder man gerade besonders motiviert ist. Grundsätzlich sollte man die Arbeit aber auch Zuhause so organisieren, dass sie in der Arbeitszeit gemacht wird. Der Feierabend sollte dann auch Feierabend sein – jeder wird sehen, dass Sie auch Zuhause Ihre Arbeit machen und niemand sollte erwarten, dass Sie noch um 11 Uhr abends E-Mails beantworten

Home Office Pro Tipp #3: Abgrenzung ist der Schlüssel

Nicht nur zeitlich gesehen ist Abgrenzung ein wichtiger Punkt für die gute Arbeit im Home Office. Auch räumlich sollte man ein gewisses Maß an Abgrenzung üben. So ist es wichtig, einen eigenen Arbeitsplatz zu haben, an dem man aufrecht mehrere Stunden sitzen kann – der Rücken wird es Ihnen danken! 

Die Couch oder das Bett fällt da raus. Am besten ist immer noch ein eigener Arbeitsraum oder -bereich mit Schreibtisch. Am allerbesten mit einer Tür – zumindest, wenn noch andere Hausbewohner während der Arbeitszeit daheim sind. Denn nur so können Sie sich wirklich vom Familienleben abgrenzen und signalisieren, dass Sie jetzt arbeiten und nicht für andere Dinge, wie Kinderbetreuung, Haushalt oder die Einkäufe zur Verfügung stehen. 

Natürlich sollte dieser Arbeitsraum auch von Ihrem Privatleben abgegrenzt sein. Das gute Buch, das Sie gestern bis in die Abendstunden gefesselt hat, gehört hier ebenso wenig hinein, wie das Lieblingsstofftier aus dem Bett oder Souvenirs aus dem letzten Urlaub. Nicht falsch verstehen: Kleine Dinge, die die Stimmung aufhellen, sind gerne gesehen. Diese sind für die Motivation förderlich. Doch sollten diese Dinge nicht im Weg stehen, den Schreibtisch zu sehr in Beschlag nehmen und so die Arbeit behindern. Produktivität braucht schließlich Raum!

Für mehr Produktivität im Home Office haben wir also folgenden Tipp: Grenzen Sie sich ab! Signalisieren Sie nicht nur Ihren Mitmenschen, sondern auch sich selbst, dass Ihre Arbeitszeit begonnen hat und schielen Sie nicht zu den Dingen, die Sie nach Feierabend sehr beschäftigen. Diese sind für den Feierabend reserviert – ein Grund mehr, die Arbeitszeit einzuhalten und sich darauf zu freuen. 

Ultimativer Home Office Pro Tipp: Alles bleibt beim Alten

Als Fazit unserer Home Office Pro Tipps lässt sich zusammenfassen: Alles bleibt beim Alten! Soll heißen: Auch, wenn Ihr Arbeitsplatz ein anderer ist, der Job ist derselbe. Und dieser braucht Ihre volle Aufmerksamkeit. Daher: Ändern Sie einfach nichts, um produktiv zu bleiben – stehen Sie auf, frühstücken Sie, steigen Sie unter die Dusche, ziehen Sie Ihre Arbeitskleidung an und begeben Sie sich an den Schreibtisch. So, wie an einem ganz normalen Arbeitstag.


Ähnliche Artikel