25. Januar 2019     Erstellt von Jennifer Schmitz     Digitalisierung

Aktuelle Studie: So steht es um die Digitalisierung der Arbeitswelt

Studie der D21 zeigt: Bei der Digitalisierung am Arbeitsplatz gibt es noch viel zu tun

Eine aktuelle Studie der Initiative D21 – Netzwerk für die digitale Gesellschaft befasst sich mit dem aktuellen Status der Digitalisierung der Arbeitswelt. Kern der Studie sind unter anderem die Fragen, welche Geräte, Medien und Systeme Angestellte durch den Arbeitgeber zur Verfügung gestellt bekommen und wie es um das Thema mobiles Arbeiten steht.

Mobiles Arbeiten gewinnt nicht an Wachstum

Die Digitalisierung schreitet schnell voran und die Möglichkeiten, aus der Ferne zu Arbeiten werden immer breitgefächerter. Trotzdem besagt ein Ergebnis der D21-Studie, dass das Thema „Mobiles Arbeiten“ im Vergleich zum vorherigen Jahr keinen Zuwachs erfahren hat. Wie auch im Jahr zuvor arbeiten über 16 % der Arbeitnehmer in Deutschland von zuhause oder unterwegs aus. Über die Hälfte der Befragten gab jedoch auch an, dass sie diese Option gar nicht zu Verfügung gestellt bekämen. Überraschend: Mehr als 25 % der Befragten sind am Home Office gar nicht interessiert – ein Zuwachs von 5 %. 

Equipment für das mobile Arbeiten – woher kommt es?

Laut Studie stellt der Arbeitgeber knapp der Hälfte der Befragten einen Laptop zur Verfügung. Ein Viertel der Studienteilnehmer erhält ein Smartphone. Interessant ist die Erkenntnis der Studie, dass es hier eine Diskrepanz zwischen Männern und Frauen zu geben scheint: Wo über 50 % der befragten Männer einen Laptop erhalten, ist dies nur bei einem Drittel der Frauen der Fall. Beim Smartphone erhalten ein Drittel der Männer ein solches, während nur jede 5. Frau ein Smartphone durch den Arbeitgeber gestellt bekommt.

Oft wird die Bereitstellung solchen Equipments von der Position oder dem Beschäftigungsgrad des Arbeitnehmers abhängig gemacht. Jedoch gibt ein Drittel der Befragten an, dass es in Ihrem Unternehmen kein erkennbares System gibt, wer ein Smartphone oder einen Laptop erhält. 

Dabei bietet die Möglichkeit des mobilen Arbeitens eine Menge Chancen, denn so können Problemstellungen, wie der Zeitaufwand und die Umweltbelastung durch das Pendeln, mangelnde Work-Life-Balance und die Verdichtung der Arbeit minimiert werden – sagt Dr. Ole Wintermann von der Bertelsmann-Stiftung. Bei mehr als der Hälfte der Befragten sei mobiles Arbeiten möglich, jedoch nutzt nur jeder sechste dieses Angebot auch. Hier sieht Dr. Wintermann die Arbeitgeber in der Pflicht. 

Lebenslanges Lernen wird durch die Digitalisierung zur Pflicht

Die Digitalisierung bringt viele Veränderungen mit sich. An die 50 % der Studienteilnehmer sagt aus, dass diese einen großen Einfluss auf den eigenen Beruf haben wird. 84 % der Befragten gab an, dass lebenslanges Lernen unvermeidbar für den Berufserfolg wird. Zwei Drittel der Befragten gibt zudem an, dass ein Basiswissen zur Digitalisierung unbedingt Teil des Studiums und der Ausbildung werden solle. 

Schon heute eignen sich die meisten Angestellten digitales Wissen selbst an. Weniger als die Hälfte der befragten Angestellten erhalten durch den Arbeitgeber bezahlte Schulungen oder Weiterbildungen. 

Die Digitalisierung der Arbeitswelt hinkt

Wenn wir uns ansehen, wie digital die meisten von uns in der Freizeit unterwegs sind – schließlich ist das Smartphone und das Tablet eigentlich immer dabei – so könnte man meinen, dass sich dies im Job genauso verhält. Doch weit gefehlt. Die D21-Studie fand heraus, dass nur 16 % der befragten Arbeitnehmer die Möglichkeit zum Home Office oder zum mobilen Arbeiten überhaupt nutzen. Mehr als 30 % haben überhaupt kein Interesse an diesem Thema. Hinzu kommt: Lediglich 44 % der Arbeitnehmer erhalten einen Laptop vom Arbeitgeber. 

Oliver Schorer, CIO der CHG-Meridian AG, ist sich jedoch sicher: Mit dem Fortschritt der Technik werden immer mehr Angestellte mobiles Arbeiten fordern. Arbeitgeber müssen dem in Zukunft nachkommen und attraktive Rahmenbedingungen schaffen. Nur so profitieren auch sie von der Digitalisierung der Arbeitswelt.