Schnittstellenbeschreibung DSL.

Schnittstellenbeschreibung für DSL-basierte fonial-Produkte.

1. Einleitung

Am 1. August 2016 ist das unter dem Stichwort Routerfreiheit bekannt gewordene Gesetz zur Auswahl und zum Anschluss von Telekommunikationsendgeräten in Kraft getreten. Dieses Dokument beschreibt die von fonial bereits gestellte passive Schnittstelle zum Anschluss kundeneigener Endgeräte.

2. DSL-Standard

2.1. ADSL/ADSL2plus

Produktfamilie: fonial DSL 16 Die Anschlüsse entsprechen umfänglich der technischen Richtlinie 1 TR 112 der Deutsche Telekom AG.

Die ADSL-Verbindung entspricht den ITU-T Standards G.992.1 (ADSL), G.992.3 (ADSL2) und G.992.5 (ADSL2plus). Je nach Anschlussart der Vorleistung wird Annex B oder Annex J verwendet, teilweise wird Multi-Mode-Aushandlung unterstützt. Auf dem Endgerät muss der Rate Adaptive Mode aktiv sein. fonial behält sich vor, den genutzten ITU-T Standard sowie Annex innerhalb der gelisteten Varianten jederzeit ohne Ankündigung zu wechseln. Aktuelle handelsübliche ADSL-Endgeräte unterstützen alle oben gelisteten Standards sowie Annex-Spezifikationen.

Die passive Übergabeschnittstelle bildet eine TAE-F Buchse. Das ADSL-Signal wird standardkonform auf den Pins 1+2 aufgeschaltet. Die restlichen Pins sind unbeschaltet.

Als Layer 2-Protokoll kommt ATM (VPI 1, VCI 32) sowie PPPoEoA zum Einsatz. MultilinkPPP sowie PPPoA werden nicht unterstützt.

Bei fonial-Produkten, die auf einem Vorprodukt der Deutsche Telekom AG basieren, gilt eine Ausnahme: Wird der Anschluss mit Annex J bereitgestellt, ist die PPPoE-Session im VLAN 7 aufzubauen – es gelten somit die Parameter VPI 1, VCI 32, VLAN 7.

fonial empfiehlt dringend, das Endgerät derart zu konfigurieren, dass die Einwahl parallel untagged/native, also ohne VLAN-Tag, als auch tagged mit VLAN 7 ausgehandelt wird, bis eine PPPoEoA-Verbindung erfolgreich aufgebaut wurde. Der Vorgang sollte bei jeder Unterbrechung der PPPoEoA-Verbindung wiederholt werden.

3. PPP-Einwahl

Die genutzte PPP-Variante ist im Abschnitt 2 jeweils benannt.

PPP-Benutzername und -Kennwort sind auf Anfrage vom fonial Support erhältlich.

Ein spezifischer PPPoE-Service-Name ist nicht erforderlich, ggf. übermittelte Werte werden ignoriert. Zur Authentifizierung stehen mindestens PAP und CHAP zur Verfügung, ggf. weitere proprietäre Varianten.

Die MTU beträgt in allen Fällen 1.492 Bytes. RFC 4638 zur Aushandlung einer größeren MTU wird nicht unterstützt.

3.1 IPv4

IPCP wird Aushandlung der IPv4-Adresse genutzt. Bei Anschlüssen mit statischen IPv4- Adressen wird die statische IPv4 WAN-Adresse dynamisch mittels IPCP zwischen Netzknoten und Endgerät ausgehandelt und darf nicht statisch auf dem WAN-Interface des Endgeräts konfiguriert werden.

Die IPv4-Adressen der fonial DNS-Caching-Server werden im Rahmen der Aushandlung übermittelt.

3.2 IPv6

IPv6 wird mittels IPv6CP ausgehandelt, sofern am Anschluss beauftragt. Dabei wird mittels IPv6CP die Interface ID ::1 ausgehandelt, während das WAN-Präfix per Router Advertisement bekannt gegeben wird. Das LAN-Präfix kann schließlich per DHCPv6 abgerufen werden – solange dies nicht geschieht, wird es auch nicht zum Anschluss geroutet und steht somit auch nicht zur Verfügung.

Die IPv6-Adressen der fonial DNS-Caching-Server werden übermittelt.

4. Voice-Ready / Quality of Service (QoS)

Netzseitig werden fonial VoIP-Dienste im Downstream automatisch priorisiert, sofern das genutzte Produkt über das Merkmal „Voice-Ready“ verfügt.

Um QoS vollständig bereit zu stellen, ist es erforderlich, auch auf dem Endgerät QoS einzurichten und die genutzten VoIP-Dienste somit im Upstream zu priorisieren.

ToS- und DiffServ/DSCP-Markierungen sind nicht erforderlich und werden nicht beachtet.

5. Backup-Ready

Werden zwei Verträge als Master-/Backup-Kombination beauftragt, ist es nicht möglich, nur eines der Endgeräte durch ein kundeneigenes zu ersetzen – entweder sind beide fonial-Router zu nutzen oder zwei Kundenendgeräte.

Master- und Backup-Vertrag verfügen jeweils über eine öffentliche WAN-IPv4-Adresse mit Netzmaske /32. Zusätzlich sind in der Regel ein oder mehrere Netze (/30 und kleiner, d.h. 4 und mehr IPv4-Adressen) vorhanden, die auf den jeweils aktiven Vertrag geroutet werden:

  • Ist die PPP-Verbindung des Master-Routers online, werden die Netze dorthin geroutet

    • Die PPP-Verbindung des Backup-Routers erhält in diesem Falle keinen Traffic der Netze zu sich geroutet

  • Ist die PPP-Verbindung des Master-Routers offline, werden die Netze zum Backup-Router geroutet

Außer durch Abbau der PPP-Verbindung des Master-Routers kann das Routing kundenseitig nicht beeinflusst werden. Auf dem Kundenrouter können Protokolle, wie VRRP, HSRP oder ähnliches genutzt werden, um eine Redundanz bereit zu stellen.

6. Beispielkonfigurationen und freigegebene Endgeräte

fonial stellt aus rechtlichen Gründen keine Beispielkonfigurationen für kundeneigene Endgeräte bereit. Ebenso bietet fonial keine Liste von freigegebenen Endgeräten („Whitelist“) an.

m Störungsfall bzw. bis zum Abschluss der Diagnose ist es notwendig, das durch fonial bereit gestellte Endgerät am Anschluss zu betreiben.

7. Quellenangaben

QuelleURL
1 TR 112www.telekom.de/schnittstellenbeschreibungen
ITU-T G.991.2www.itu.int/rec/T-REC-G.991.2/en
ITU-T G.998.1www.itu.int/rec/T-REC-G.998.1
ITU-T G.998.2www.itu.int/rec/T-REC-G.998.2
ITU-T G.992.1www.itu.int/rec/T-REC-G.992.1/en
ITU-T G.992.3www.itu.int/rec/T-REC-G.992.3/en
ITU-T G.992.5www.itu.int/rec/T-REC-G.992.5/en
PPP / RFC 1661tools.ietf.org/html/rfc1661
PPPoE / RFC 2516tools.ietf.org/html/rfc2516