LEISTUNGSBESCHREIBUNG TRUNKING.

Leistungsbeschreibung fonial Trunking.

1. Allgemeines

1.1 Standardleistung

Diese Leistungsbeschreibung findet Anwendung auf alle Trunking Telekommunikationsleistungen, die die fonial GmbH („fonial“) während der jeweiligen Vertragslaufzeit für den Kunden erbringt. Die Leistungsbeschreibung erklärt den Leistungsumfang der fonial Trunking Produkte und beschreibt zudem die Voraussetzungen zur Nutzung der beschriebenen Dienste.

fonial Trunking ist ein paketorientierter IP-Sprachdienst (SIP-Trunk) für die Anbindung an das weltweite Telefon-Netz.

fonial Trunking stellt dem Kunden SIP-Accounts (Session Initiation Protocol, „SIP“) mit Registrierungsmechanismen für den Anschluss von IP-Telefonanlagen und Unified Communication-Servern (im Folgenden „IP-TK-Anlage“ genannt) per SIP-Trunk bereit. Der Endkunde nutzt ein ALL-IP-Netz mit SIP-Endgeräten. Die IP-TK-Anlage ist Eigentum des Endkunden bzw. wird vom Endkunden gestellt und konfiguriert:

Nicht Bestandteil der Standardleistung sind Anschluss und Betrieb von Microsoft® Lync®- und Skype for Business-Servern unter Verwendung von Microsoft-spezifischen SIP-Protokolldefinitionen, festen zur Authentifizierung genutzten und mit dem Kunden vereinbarten öffentlichen IP-Adressen, sowie die Bereitstellung und Nutzung eines externen Session-Border Controllers („eSBC“).

Für die Erbringung des Sprachdienstes und der Unterstützung der in dieser Leistungsbeschreibung angeführten Leistungsmerkmale setzt fonial RFCs ein (RFC 3261 (SIP), RFC 2327 (SDP), RFC 1889 (RTP), RFC 2833 (DTMF)). Hiermit realisiert fonial den Anschluss der IP-TK-Anlage des Endkunden per SIP-Trunk an das weltweite Telefon-Netz.

1.2 Verantwortungsbereich des Auftragnehmers

Der Verantwortungsbereich von fonial beginnt an den Peering-Knoten zu anderen Internet Service Providern (ISPs) und am Internetanschluss des Kunden.

Nicht zum Leistungsumfang des Auftragnehmers zählt die Bereitstellung des Customer Premises Equipment („CPE“). Der Auftragnehmer ist nicht für die Auslieferung von CPEs zum Endkunden, deren Betrieb, Wartung oder Installation/-Deinstallation verantwortlich.

Die fonial führt eine Liste von Telefonanlagen, über die sich die Leistungsmerkmale des Voice-Dienstes mit Endgeräten nutzen lassen. Die Nutzung anderer, nicht auf der Whitelist der fonial verzeichneter marktüblicher und mit Betriebsgenehmigung für das deutsche Telefonie-Netz versehenen Geräten ist möglich, kann aber Leistungseinbußen und Wegfall einzelner Leistungsmerkmale, auch der Leistungen der fonial nach sich ziehen. Der Betrieb solcher Geräte erfolgt auf eigene Gefahr des Kunden und unter Aufhebung der SLA.

Die fonial ist für die ordnungsgemäße Einrichtung und Funktion der Übergabepunkte in Drittnetze (herkömmlich oder IP-basiert), insbesondere das PSTN verantwortlich, sodass Gespräche im oder aus dem weltweiten PSTN geführt werden können und grundsätzlich alle öffentlichen Telefonnummern erreichbar sind.

Der Verantwortungsbereich der fonial für aus PSTN-Netzen eingehende Anrufe beginnt an der Übergabeschnittstelle des Sprachnetzes vom Anbieter zum jeweiligen Dritt-Netz und endet am NNI zur Auftraggeberin. Für ausgehende Gespräche beginnt der Verantwortungsbereich vom Anbieter am NNI der Auftraggeberin und endet am Internetanschluss des Kunden.

Die fonial stellt dem Kunden während der Vertragsdauer folgende Leistungen zur Verfügung:

  • die Mitnutzung der VoIP-Infrastruktur,
  • Unterstützung der Sprachdaten-Codecs G.711 A- und µ-law,
  • Unterstützung der DTMF-Funktion gemäß RFC 2833 mit RTP-Events
  • einen oder mehrere Login-Namen und -Passwörter
  • Unterstützung der Fax-Funktion mit T.38 (wenn die Gegenstelle dies auch unterstützt) und Transparent-Modus (auch G.711 Pass-Through genannt) 

2. Leistungsbeschreibung

2.1 Telefoniezugang, SIP-Accounts für SIP-Trunks und Sprachkanalpakete

Für die Einrichtung des SIP-Trunks erhält der Kunde einen Zugang bestehend aus mindestens einem SIP-Usernamen und Passwort ("SIP-Account").

Der Kunde kann den/die SIP-Account/s für ankommende und ausgehende Sprachverbindungen nutzen. Die fonial vermittelt diese Gespräche in das öffentliche Telefonnetz (PSTN) bzw. stellt Anrufe dem SIP-Trunk zu.

Ausgehende Verbindungen werden gemäß der jeweils geltenden Verbindungsentgeltpreisliste abgerechnet.

fonial Trunking ermöglicht es, für SIP-Trunks eine bestimmte Anzahl gleichzeitiger Sprachverbindungen zu führen.

Der Lieferumfang schließt die Zuweisung von geografischen mit ein. Bestehende geografische Rufnummern können in das Netz der fonial portiert werden, wenn der Anschluss beim bisherigen Provider gekündigt wird.

Unter der Voraussetzung, dass die Leistungsmerkmale auch von der IP-TK-Anlage bzw. dem UMS-System des Endkunden der Auftraggeberin unterstützt werden, stehen dem Endkunden die nachfolgend genannten Telefonie Leistungsmerkmale zur Verfügung. Telefonie Leistungsmerkmale, die ganz oder teilweise auf Funktionen der IP-TK-Anlage beruhen, sind in der letzten Spalte der folgenden Tabelle mit „ja“ gekennzeichnet.

Leistungsmerkmal

Beschreibung

Merkmal beruht auf IP-TK-Anlage

Anzeige der Rufnummer
des Anrufers

Die Rufnummer des Anrufers wird bei ankommenden Verbindungen angezeigt, wenn diese Funktion nicht vom Anrufer unterdrückt wird.

ja

Übermittlung der eigenen Rufnummer

Die Rufnummer des Anschlusses wird an den Angerufenen übermittelt.

ja

Unterdrückung der Übermittlung der eigenen Rufnummer bei abgehenden Telefonverbindungen (CLIR)

Die Übermittlung der eigenen Rufnummer wird bei abgehenden Telefonverbindungen – mit Ausnahme der Verbindungen zu Notrufanschlüssen für die Polizei und die Feuerwehr – unterdrückt.

ja

Übermittlung kundenspezifischer Rufnummerninformationen des Anrufers (Clip-no-screening)*

Zur Übermittlung der eigenen Rufnummer wird bei abgehenden Telefonverbindungen – mit Ausnahme der Verbindungen zu Notrufanschlüssen für die Polizei und die Feuerwehr – eine von der IP-TK-Anlage im Clip-no-screening-SIP-Feld übertragene Rufnummer genutzt.

ja

Anrufweiterschaltung

Ankommende Verbindungen können zu einem anderen Anschluss umgeleitet werden. Der Kunde kann an seinem Telefon selbst eingeben, in welchen Fällen und zu welcher Rufnummer die Weiterschaltung erfolgen soll (ständige Anrufweiterschaltung, Anrufweiterschaltung bei Nichtmelden oder Anrufweiterschaltung bei besetztem Anschluss).

ja

Wahlwiederholung

Durch Bestätigung einer Wahlwiederholungstaste kann die zuletzt gewählte Rufnummer wiederholt gewählt werden.

ja

Anklopfen

Während einer bestehenden Verbindung wird ein ankommender Ruf z.B. durch einen Ton signalisiert.

ja

Halten, Rückfrage,
Makeln

Während einer bestehenden Verbindung kann zu einer zweiten (abgehend oder ankommend aufgebaut) gewechselt bzw. hin- und her geschaltet werden.

ja

Weiterverbinden
(ohne Rückfrage)

Eine bestehende Verbindung kann ohne vorherige Rückfrage zu einer anderen Rufnummer weiterverbunden werden.

ja

Ruhe vor dem Telefon

Allen ankommenden Rufen wird ein „Besetzt“ signalisiert. Der UAC erzeugt hierbei keinen Klingelton.

ja

3er-Konferenz

Zu zwei weiteren Gesprächsteilnehmern kann gleichzeitig eine Verbindung hergestellt werden, wobei jeder Teilnehmer mit jedem reden und die anderen beiden hören kann.

ja

 

2.2  Sondermerkmale und Einschränkungen: Fax, Modem, DTMF und andere ISDN-Sonderdienste

Die hergestellten Verbindungen dienen grundsätzlich der Übermittlung von Sprache. Sie können auch zur Übermittlung von Nichtsprachsignalen, namentlich von DTMF-Tönen und Faxübertragungen, genutzt werden.

Die althergebrachten PSTN-Dienste Fax und Modem wurden für TDM-basierte Verbindungen konstruiert und sind über IP-Weitverkehrsnetze nur eingeschränkt realisierbar. Hierdurch kann eine Kompatibilität des bereitgestellten Telefoniedienstes nicht zu allen vorhandenen Faxgeräten gewährleistet werden. Insbesondere die Verschlechterung der Quality of Service (QoS), die sich durch Paketverlust (Paket Loss), Latenz (Delay) und Latenz-Varianz (Jitter) des verwendeten Internetzugangs und der weiteren Datenübertragung in Datennetzen Dritter ergeben kann, stört Modem-Codecs erheblich.

Zur Übermittlung von Faxnachrichten wird grundsätzlich das historisch gewachsene T.30-Protokoll genutzt. In der Praxis gibt es jedoch diverse Protokollabweichungen zum T.30-Standard, so dass einige marktgängige Faxgeräte den Fax-Standard T.30 nicht einhalten. Insbesondere bei den Geräten des Herstellers „Canon“ und bei Multifunktions-Printern ist mit Inkompatibilitäten zu rechnen. Soll ein Faxgerät zum Einsatz kommen, dass nicht hinreichend kompatibel zu T.30 ist, wird die Installation eines NGN-basierten Faxservers bzw. -Dienstes empfohlen, der SIP direkt unterstützt.

Für eine verbesserte Stabilität an SIP-basierenden Anschlüssen unterstützt der Auftragnehmer das Protokoll T.38. Dieses kann vom Endkunden auf dem für Fax verwendeten Anschluss bzw. Endgeräten aktiviert werden.

Da NGN-Netze anderer Telekommunikationsanbieter und/oder SIP-basierte Fax-Gegenstellen das Faxprotokoll T.38 ggf. nicht unterstützen und dementsprechend den Verbindungsaufbau ablehnen, sollten über den SIP-Trunk nur Fax-Geräte genutzt werden, die den sogenannten Fallback von T.38 auf das Default-Protokoll „G.711 Pass Through“ beherrschen.

Die erweiterte Funktionalität bzw. Kompatibilität für Faxgeräte, wie z.B. eine Übertragungsgeschwindigkeit von mehr als 14,4 KBit/s oder die Übermittlung von Faxnachrichten nach dem T.30 Protokoll, wird nicht unterstützt.

SIP-Sprachverbindungen werden gemäß RFC 3261 und den in Ziffer 2.2 genannten Spezifikationen übertragen. Unzulässig sind Anwendungen, bei denen ein Aufbau der Sprachdaten-Session (inkl. DTMF-Dienst gemäß RFC 2833 und inkl. Fax-Dienst gemäß T.38 oder Transparent-Modus) von vornherein nicht gewünscht bzw. von der Anwendung technisch verhindert wird. Derartige technische Sperren oder Konfigurationen sind geeignet, die Telekommunikationsdienstleistung zu stören. Die SIP-Signalisierung dient ausschließlich zur Übermittlung von Informationen zur Steuerung des Verbindungsaufbaus, des Verbindungsabbaus und der technischen Einrichtungen der VoIP-Infrastruktur und darf nicht anderweitig genutzt werden.

Verbindungen mit Anschlüssen anderer Festnetz- und Mobilfunksprachnetze – inklusive anderer VoIP-Netze – werden über die Interconnection-Punkte mit dezentralen Media-Gateways oder Session-Border-Controller-Kopplungen der fonial aufgebaut. Hierbei können auf Grund der technischen Gegebenheiten in den anderen Netzen die Übertragungsart, die Verfügbarkeit und die nutzbare Übertragungsgeschwindigkeit bzw. -qualität und die Telefonieleistungsmerkmale eingeschränkt sein.

Die VoIP-Technologie kann nicht alle Funktionen der klassischen Sprachtelefonie, insbesondere ISDN Dienste abbilden. Die folgenden beispielhaften Funktionalitäten werden nicht unterstützt:

  • Notruffunktion bei Ausfall des Endkunden-IP-Netzwerkes
  • Erweiterte Funktionalität bzw. Kompatibilität für Faxgeräte wie z.B. eine Übertragungsgeschwindigkeit von mehr als 14,4 kbit/s
  • Anschaltung von Geräten, die sprachferne ISDN-Sonderdienste nutzen, wie z.B. Gefahrenmeldeanlagen, Electronic Cash-Terminals, Arztabrechnungssysteme, Zählerfernauslesesysteme, Industrielle Anlagenüberwachungen und –steuerungen, Fax Gruppe 4-Geräte, TK-Anlagenfernwartungs- und ISDN-Videokonferenz-Systeme
  • Anschaltung von Geräten, die sprachnahe ISDN-Sonderdienste nutzen, wie z.B. Aufzug-Notrufsysteme, Brandmelde- oder Alarmanlagen.

3. Rufnummern, -vergabe, -verwaltung und -Sonderdienste

3.1 Rufnummernportierung

  • Beim Wechsel des Kunden von einem anderen Netzbetreiber können die bisherigen Rufnummern und Rufnummernblöcke beibehalten werden, vorausgesetzt der Kunde wechselt nicht gleichzeitig in ein anderes Ortsnetz („Portierung“). Auf die Voraussetzungen der Allgemeinverfügung „Struktur und Ausgestaltung des Nummernbereichs für Ortsnetzrufnummern“ der Bundenetzagentur wird hingewiesen. Hierzu füllt der Kunde das durch fonial bereitgestellte Portierungsformular pro Rufnummer bzw. Rufnummernblock ordnungsgemäß aus und sendet es unterschrieben an fonial. fonial führt sodann die Kündigung der zugehörigen Anschlüsse beim bisherigen Netzbetreiber im Auftrag des Kunden durch und koordiniert die Portierung der Rufnummern. fonial kann für durch den Kunden oder Dritte verursachte Verzögerungen bei der Rufnummernübertragung nicht einstehen.
  • Die Größe der durch Portierung zugewiesenen Durchwahlrufnummernblöcke kann später nicht erhöht werden. Soll ein bestehender Rufnummernblock von geografischen Rufnummern genutzt werden (indem dieser zu fonial portiert wird), reicht die Größe dieses Blocks jedoch nicht aus, so wird fonial weitere Rufnummern zuteilen, die jedoch in aller Regel den genutzten Rufnummernblock nicht fortsetzen.
  • Die Portierung von Rufnummern von einem anderen Anbieter zu fonial ist kostenlos. Abgehende Portierungen von fonial zu einem anderen Anbieter werden mit 8,00 € je Rufnummer berechnet.
  • fonial ist berechtigt, die Rufnummern des Kunden gegebenenfalls an einen anderen als zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses verwendeten Netzbetreiber zu übertragen. Eine Informationspflicht gegenüber dem Kunden im Falle eines Netzbetreiberwechsels besteht seitens fonial nicht.
  • Um für den Fall des Anbieterwechsels bzw. der Rufnummernportierung einen möglichen Ausfall der Telekommunikationsdienstleistung auf einen Kalendertag zu beschränken, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein.
  • Der Kunde muss den Vertrag über die Telekommunikationsdienstleisung fristgerecht gekündigt haben.
  • Der vom aufnehmenden Anbieter übermittelte vollständige und richtig ausgefüllte Portierungsauftrag muss spätestens sieben Werktage (Montag bis Freitag) vor dem Datum des Vertragsendes bei fonial eingegangen sein.
  • Der Kunde muss zusätzlich die Verfahrensregelungen und die Fristen des aufnehmenden Providers einhalten.
  • Zuteilung von neuen geografischen Rufnummern. Alternativ zur Portierung bestehender Rufnummern oder Rufnummernblöcke, kann fonial neue Einzelrufnummern oder neue geografische Rufnummernblöcke zuteilen. Dies führt fonial insbesondere dann durch, wenn der Kunde seine bestehende Rufnummer nicht beibehalten will oder der Kunde über keine Bestandsrufnummer verfügt.
  • Die Größe neu zugeteilter Rufnummernblöcke kann später nicht erhöht werden

3.2   Sonderrufnummern und Rufnummernsperren

Verbindungen zu Sonderdiensten werden durch fonial im Rahmen des rechtlich Zulässigen und der technischen und betrieblichen Möglichkeiten zur Verfügung gestellt. Verbindungen zu so genannten offline gebillten Service-Rufnummern, d.h. Rufnummern bei denen der Anruferpreis durch den Diensteanbieter und nicht durch den Teilnehmernetzbetreiber oder die Bundesnetzagentur festgelegt wurde, sind grundsätzlich gesperrt. Dies betrifft Verbindungen zum Service (0)12, Verbindungen zu Nutzergruppen 0181x bis 0189x und Verbindungen zu Premium Rate Diensten (09001, 09003, 09005 und 09009). Mit Ausnahme der Auskunftsdienste 11822, 11823, sind alle Verbindungen zu anderen Auskunftsdiensten gesperrt. fonial behält sich vor, unter Berücksichtigung der Interessen des Kunden einzelne Zielrufnummern, Gruppen von Zielrufnummern oder spezielle Ländervorwahlen zu sperren. Eine Liste der jeweils gesperrten Rufnummern stellt fonial dem Kunden auf Anfrage zur Verfügung. Auf Anfrage des Kunden sperrt fonial bestimmte Rufnummernblöcke. Die anschließende Freischaltung ist kostenpflichtig.

3.3 Einzelverbindungsnachweise

Der Kunde erhält auf Wunsch eine Aufstellung über alle in Rechnung gestellten - also kostenpflichtigen - Verbindungen (Einzelverbindungsnachweis, „EVN“). Der EVN wird dem Kunden elektronisch bereitgestellt.

3.4 Rufnummernanzeige

Bei abgehenden Anrufen wird dem Angerufenen die Rufnummer des Anrufers übermittelt. Je nach Anbieter des Angerufenen (sowie dem für diesen Anruf eingesetzten Carrier), kann nicht immer gewährleistet werden, dass die übermittelte Rufnummer der eingestellten Rufnummer entspricht. Sollte ein eingesetzter Carrier die sogenannten „User Provided Numbers“ nicht unterstützen, wird dem Angerufenen stattdessen die „Network Provided Number“ übermittelt. Diese entspricht der jeweiligen Stammrufnummer des Anrufers.

Beispiel: Dem Anrufer ist der Rufnummernblock 0221-123456 [100 -200] zugewiesen worden. Die Stammrufnummer ist in diesem Fall die 0221-1234561. Der Angerufene sieht, sofern ein eingesetzter Carrier nur die „Network Provided Number“ unterstützt, nicht die vollständige Durchwahl des Anrufers, sondern nur die Stammrufnummer.

3.5 Notruf

Für Rufnummern, die mit fonial Trunking bereitgestellt werden, übermittelt der Auftragnehmer gemäß § 108 TKG Teilnehmerinformationen an die Notrufleitstellen. Der Notruf wird vom Auftragnehmer jeweils an diejenige örtliche Notrufabfragestelle vermittelt, die gemäß der von der Auftraggeberin beim Auftragnehmer hinterlegten Adresse desjenigen Endkunden zuständig ist, der die betreffende Rufnummer nutzt. Dies hat zur Folge, dass Einsatzkräfte (Polizei, Feuerwehr, Notarzt etc.) nach Absetzen eines Notrufs bei dem der Anrufende nicht mehr in der Lage ist, seinen tatsächlichen Standort anzugeben (so genannter „Röchelruf“), die hinterlegte Adresse anfahren. Die korrekte Pflege der Stammdaten zu jedem Einzelvertrag liegt im Verantwortungsbereich des Kunden. Nutzt ein Endkunde eine ihm zugewiesene Rufnummer an einem Standort, der von der hinterlegten Adresse abweicht, so hat dies zur Folge, dass ggf. Einsatzkräfte vergeblich ausrücken. Die hierdurch entstehenden Risiken und Kosten werden nicht vom Auftragnehmer getragen.

4. Systemanforderungen und Mitwirkungspflichten des Kunden

4.1 Quality of Service

Der Auftragnehmer stellt fonial Trunking mit den beschriebenen Leistungsmerkmalen und Service Level bereit. Kommt es außerhalb des Einflussbereiches des Auftragnehmers im PSTN von Drittanbietern zu Überlastung oder Unterbrechungen von Netzkapazitäten, ist die fonial nicht für den Qualitätsverlust bzw. Abbruch der Gesprächsverbindung verantwortlich.

4.2 Quality of Service

Die fonial kann für die fehlerfreie Übermittlung von Sprachverkehr mittels SIP-Trunk nur einstehen, wenn die SIP-Signalisierungs- und - Mediadaten auf allen Netzwerkabschnitten – im Kunden-LAN – mit Quality of Service-Mechanismen versehen werden, wenn die Gefahr besteht, dass andere, konkurrierende Daten – wie insbesondere Computerdaten – ihre Übertragung in irgendeiner Weise beeinträchtigen könnten. Insbesondere das Fax-Default-Protokoll „G.711 Pass Through“ bedingt, dass auf der kompletten IP-Übertragungsstrecke vom Endkunden-Equipment bis zum Auftragnehmer-NGN keinerlei Paketverlust für die Fax-Mediendaten auftritt.

4.3  Bandbreitenbedarf der Datenanbindung

Der von der fonial bereitgestellt SIP-Trunk benötigt pro Sprachkanal in Abhängigkeit des Protokoll-Overheads und des Codecs verschiedene Bruttobandbreiten der Datenanbindung (also inkl. Protokoll-Overhead), jeweils in beide Richtungen:

Codec

Pauschaler Bandbreitenbedarf pro Sprachkanal

G.711 (bei 2 Frames/Paket bzw. 20 ms Codec-Delay)

rund 100 kbit/s

4.4  Weitere Nutzungsvoraussetzungen

Bezüglich der gleichzeitig genutzten Sprachkanäle pro Datenanbindung und pro SIP-Trunk hat die Auftraggeberin dafür zu sorgen,

  • dass bei 60% der Wählversuche auch eine Verbindung zustande kommt,
  • dass kein software- oder hardwarebasierter, automatisierter und zeitgleicher Rufaufbau betrieben wird (Power Dialer bzw. Predictive Dialer). Dies ist ausschließlich nach gesonderter schriftlicher Vereinbarung mit dem Auftragnehmer erlaubt und führt ggf. zu höheren monatlichen Entgelten,
  • dass bezogen auf die maximal gleichzeitig nutzbaren Sprachkanäle bei SIP-Trunks nicht mehr als die in der folgenden Tabelle genannten Verbindungsaufbauten pro Sekunde (Call Attempts per Second, „CAPS“) eingeleitet bzw. die in der folgenden Tabelle genannten minimalen Pausen zwischen Verbindungsaufbauversuchen eingehalten werden. Hierbei dürfen die CAPS maximal 10 mal pro Monat für jeweils maximal 5 Minuten um 25% überschritten und die minimalen Pausen zwischen den Verbindungsaufbauversuchen maximal einmal pro beauftragtem Sprachkanal pro Tag (Beispiel: bei 100 Kanälen also 100 mal pro Tag) unterschritten werden.

Anzahl
beauftragter Sprachkanäle

Maximale
Verbindungsaufbauversuche pro Sekunde (CAPS)

Minimale Dauer zwischen
Verbindungsaufbauversuchen (Sekunden)

Ab 2

0,50

2,000

Ab 6

0,60

1,667

Ab 8

0,65

1,538

Ab 10

0,70

1,429

Ab 20

1,00

1,000

Ab 30

1,30

0,769

  • Bezüglich der Größe der zugewiesenen Rufnummernblöcke pro SIP-Trunk empfiehlt die fonial ausdrücklich die ausschließliche Nutzung zugewiesener Durchwahlrufnummern. Nutzt der Kunde mehr als die zugewiesenen Durchwahlrufnummern – verlängert der Kunde also insbesondere die Stellenanzahl der Durchwahlrufnummern – erfolgt dies ausschließlich auf sein eigenes Risiko und eigene Kosten. Gemäß der Verfügung der BNetzA 25/2006 Abschnitt 2.3 c) ist unbedingt diese Vorschrift zu berücksichtigen. "Nach der Empfehlung E.164 der Internationalen Fernmeldeunion können Rufnummern in Deutschland bis zu 13 Ziffern lang sein (ohne Prefix)." Daher darf die Rufnummernverlängerung durch den Kunden auch nicht dazu führen, dass die Gesamtrufnummer mehr als 13 Stellen erhält. Beispiel: 030 12345678901 und +49 7203 123456789 besitzen beide 13 Stellen.
  • Die Größe der durch Portierung zugewiesenen Durchwahlrufnummernblöcke kann später nicht erhöht werden. Soll ein bestehender Rufnummernblock von geografischen Rufnummern genutzt werden (indem dieser zum Auftragnehmer portiert wird), reicht die Größe dieses Blocks jedoch nicht aus, so wird der Auftragnehmer weitere Rufnummern zuweisen, die jedoch in aller Regel den genutzten Rufnummernblock nicht fortsetzen.

5. Anrufziele/-zonen Bereitstellung von CDR-Daten

Die mit fonial Trunking erreichbaren Anrufziele sind:

  • das deutsche Festnetz,
  • die deutschen Mobilfunknetze,
  • Freephone-Dienste (0800),
  • T-Vote (0138, 0137x),
  • Persönliche Rufnummer (0700),
  • Shared Cost (0180x) und
  • Auslandsverbindungen (beginnend mit 00).

Die Nutzung von Mehrwertdiensten, die im Offline-Billing-Verfahren abgerechnet werden, ist nicht möglich.

Für Verbindungen, die nicht durch eine Flatrate abgedeckt sind, berechnet die fonial anfallende Verbindungsentgelte entsprechend der gebuchten Produktvariante in sekunden- oder minutengenauer Taktung. Näheres dazu ergibt sich aus der jeweiligen Verbindungsentgeltübersicht.

Die fonial liefert dem Kunden ausschließlich die CDRs von Gesprächen, die ausgehend von den durch dem Kunden zugewiesenen A-Rufnummern über den SIP-Trunk terminiert werden.