VDSL & DSL: Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und Unterschiede

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Was ist VDSL? 

Viele Nutzer stellen sich bei der Wahl des richtigen Anschlusses die Frage, was VDSL eigentlich ist und wie es sich durch seine deutlich höher ausgefallenen Übertragungsraten vom herkömmlichen DSL unterscheidet. VDSL steht als Abkürzung für „Very High Speed ​​Digital Subscriber Line“ und bedeutet im Prinzip „digitaler Hochgeschwindigkeits-Teilnehmeranschluss“.

Auch beim VDSL werden die Daten asymmetrisch übertragen, aber deutlich höher und schneller als beim ADSL-Anschluss. Am weitesten verbreitet sind VDSL-Anschlüsse mit einer Download-Bandbreite zwischen 25 und 50 Mbit/s. Dabei handelt es sich meist um den VDSL1-Standard. Durch VDSL2 können über Vectoring- und Glasfaser-Anschlüsse auch 100 Mbit/s erreicht werden. 

Mit einem VDSL-Anschluss können auch Anwendungen, die eine hohe Bandbreite erfordern, problemlos genutzt werden. So zum Beispiel auch IP-TV (Fernsehen über das Internet). Dabei entscheidet die Erreichbarkeit von VDSL in Ihrer Region, ob Sie von den Vorteilen von VDSL profitieren können.

Vorteile von VDSL auf einen Blick

VDSL macht den digitalen Alltag effizienter. Die Vorteile gegenüber einer älteren DSL-Technik oder einem einfachen DSL-Anschluss sind vielfältig:

  • Besonders hohe Übertragungsgeschwindigkeiten im Vergleich zu ADSL.
  • Hohe Übertragungsgeschwindigkeiten ermöglichen flüssiges 4K-Streaming und Home-Office.
  • Stabile Datenübertragung durch moderne VDSL2-Standards.
  • Schneller Upload für Cloud-Anwendungen und Videokonferenzen.

Wie VDSL funktioniert: Vectoring und Supervectoring

Um die Geschwindigkeit auf den alten Kupferleitungen zu maximieren, kommen Technologien wie Vectoring und Supervectoring zum Einsatz. VDSL-Vectoring reduziert elektromagnetische Störungen zwischen den Leitungen, was den Turbo für VDSL bedeutet und hohe Datenraten ermöglicht.

Durch VDSL-Supervectoring kann ein VDSL-Anschluss sogar bis zu 250 Mbit/s im Download erreichen. Diese digitale Übertragung von Daten macht den VDSL-Anschluss zu einer echten Hochleistungs-Internetverbindung.  Damit dies funktioniert, wird häufig ein spezieller VDSL-fähiger Router oder ein entsprechendes Modem benötigt. Die Hardware für VDSL muss den jeweiligen Standard (VDSL2) unterstützen.

Vor allem die Telekom setzt die Technologie Vectoring ein, um auch ohne große Investitionen in den Netzausbau hohe Bandbreiten anbieten zu können: Mittels Vectoring werden Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s im Downstream, zum Teil auch auf Kupferleitungen, möglich. 

Unterschied zwischen DSL und VDSL

Der Unterschied zwischen DSL und VDSL liegt in erster Linie in der verwendeten Technologie und der daraus resultierenden Geschwindigkeit. Während herkömmliches DSL (oft als ADSL – Asymmetric Digital Subscriber Line ausgeführt) auf reinen Kupferleitungen basiert, nutzt VDSL eine Hybrid-Lösung.

VDSL basiert auf einer Kombination aus Glasfaserkabel und Kupferkabel. Dabei wird Glasfaser bis zum Verteilerkasten (DSLAM) verlegt, während das letzte Stück zum Anschluss des Kunden weiterhin über Kupferleitungen führt. Dieser VDSL-Anschluss ermöglicht besonders hohe Übertragungsraten, da die dämpfende Kupferstrecke kurz gehalten wird. Im DSL vs. VDSL Vergleich bietet VDSL hingegen hohe Geschwindigkeiten von bis zu 50, 100 oder gar 250 Mbit/s.

Verfügbarkeit und Anbieter in Deutschland 

Die VDSL Verfügbarkeit ist in Deutschland mittlerweile flächendeckend sehr gut, vor allem in städtischen Gebieten. Die Deutsche Telekom als größter deutscher Netzbetreiber begann schon 2006 mit dem Ausbau des VDSL-Netzes. Seit der Öffnung der Netze haben auch andere Anbieter eigene VDSL-Tarife im Angebot und bauen sogar eigene Netze, um die VDSL Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Trotzdem wird die Geschwindigkeit des Breitbandausbaus kritisiert. Zu Recht, hängen wir doch im Vergleich zu anderen Staaten deutlich hinterher. Das Problem: Der Breitbandausbau ist teuer und lohnt sich insbesondere dort nicht, wo zwar Bedarf, aber keine große Nachfrage besteht: In ländlichen Gebieten. 

Wenn Sie auf der Suche nach dem passenden Anbieter für schnelles Internet sind, sollten Sie einen Verfügbarkeitscheck machen. Eine moderne VDSL-Verbindung bietet nicht nur Highspeed-Internet und Telefonie, sondern ist auch weniger anfällig für eine Störung. Dank der VDSL-Technik ist das Surfen im Internet auch bei paralleler Nutzung von Telefonie-Diensten ohne Verbindungsstörungen im Internet möglich.

Hardware für VDSL: Router und weitere benötigte Technik

Um eine VDSL-Verbindung nutzen zu können, wird ein entsprechender Router benötigt. Der WLAN-Router (meist mit integriertem Modem) empfängt das Signal aus der TAE-Dose und verteilt es an die Endgeräte per LAN-Kabel oder über das Funknetz WLAN.

Nebst WLAN-Routern waren bei ISDN-basierten Anschlüssen so genannte „Splitter“ im Einsatz, die das Telefon- und das Internet-Signal, welche über dieselbe Leitung liefen, aufteilten. Bei den heutigen IP-basierten Anschlüssen ist dies nicht mehr nötig. Da Modems meist im Router integriert sind, fällt auch diese Hardware weg.

Grundsätzlich sind die meisten modernen WLAN-Router VDSL-fähig. Bei einigen Anbietern können Sie passende Router oft direkt kaufen oder mieten. Oft sind diese entweder spezielle Geräte oder gebrandete Geräte, die im Funktionsumfang eingeschränkt sein können. Dank des Verbots des Routerzwangs kann der WLAN-Router nun frei gewählt werden. Weit verbreitet ist hier die Fritzbox von AVM. Hierbei handelt es sich um leistungsfähige Geräte mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mit einem VDSL-Router haben Sie schon die erforderliche Hardware, um Ihre VDSL-Verbindung zu nutzen. Möchten Sie zusätzlich Telefonie nutzen, brauchen Sie natürlich noch ein entsprechendes Telefon. Haben Sie einen Tarif, der neben der VDSL-Technologie auch Fernsehen einschließt, gebucht, so brauchen Sie weiterhin Hardware für den TV-Empfang. Dies kann ein Receiver, eine DVB-T-Antenne oder Ähnliches sein.

VDSL-Speedtest: Wie viel Leistung bringt mein VDSL-Anschluss?

Wenn man für 100 Mbit/s Downloadbandbreite zahlt, möchte man diese natürlich auch bekommen. Wenn das Internet trotz der vereinbarten Geschwindigkeit lahmt, lohnt es sich, einen VDSL-Speedtest zu machen und die Geschwindigkeit des Internets zu prüfen.

Im Internet gibt es viele verschiedene Speedtests für Internetanschlüsse. Einige werden von unabhängigen Seiten bereitgestellt, andere können direkt beim Anbieter durchgeführt werden. Seit einiger Zeit bietet auch die Bundesnetzagentur einen Speedtest für Verbraucher an.

Sollten die Werte drastisch vom vereinbarten Tarif abweichen, so sollten Sie dies bei Ihrem Provider reklamieren. Die Testergebnisse helfen dabei, Ihren Fall zu untermauern. Bitte beachten Sie jedoch: Führen Sie den Speedtest nur mit einem Gerät durch, das per LAN-Kabel direkt mit dem WLAN-Router verbunden ist. Die Geschwindigkeit im WLAN hat keine Aussage, da Funkverbindungen naturgemäß Schwankungen und Interferenzen ausgesetzt sind. 

Zum Speedtest der BNetzA

Fazit: DSL oder VDSL?

Die Entscheidung zwischen DSL oder VDSL fällt heute meist zugunsten von VDSL aus, sofern die Erreichbarkeit gegeben ist. Die Differenz zwischen DSL und der VDSL-Technologie ist für den Endnutzer durch die erheblich höhere Bandbreite sofort spürbar. VDSL ermöglicht Ihnen eine zeitgemäße Nutzung des Internets über das bestehende Telefonnetz. VDSL-Technologie bedeutet heute den Standard für schnelles Internet über Kupferkabel-Infrastrukturen, bevor der vollständige Ausbau von Internet über Glasfaser (FTTH) abgeschlossen ist.