PwC-Studie 2026: Deutscher Glasfaserausbau in der Krise

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC veröffentlichte am 23. Juli 2026 die Studie „Glasfaser in Deutschland – Ein Markt unter Monetarisierungsdruck“ zum aktuellen Stand des Glasfaserausbaus in Deutschland und zeichnet das Bild einer Branche, die durch verschiedene Faktoren erheblich problembelastet ist.

Weitläufiger Ausbau und niedrige Aktivierungsquoten

Viele Netzbetreiber haben in den vergangenen Jahren teure Investitionen getätigt, um den Glasfaserausbau in Deutschland voranzutreiben. Ein Anschluss in die Wohnung kann den Betreiber bis zu 1.500 Euro kosten. Dennoch haben viele potenzielle Nutzer bisher keinen Glasfaseranschluss gebucht. Dies liegt oft darin begründet, dass die meisten Haushalte ihre bisherigen VDSL- und Kabelanschlüsse als ausreichend für ihre private Nutzung empfinden. Des Weiteren werden die Aktivierungsquoten durch mangelnde Bereitschaft der Immobilienbesitzer und Vermieter gemindert. Die fehlende Monetarisierung der Anschlüsse hat zur Folge, dass Netzbetreiber ihre Ausbauziele halbieren oder sogar Insolvenz anmelden müssen. Zudem verhindern gestiegene Bau- und Materialkosten, der Rückzug von Investoren sowie hohe Zinsen den Ausbau des Glasfasernetzes.

Weitere Ausbaupläne und drohender Überbau

Bis zum Jahr 2030 wollen einige Netzbetreiber ihre Pläne für einen weiteren Ausbau des Glasfasernertzes umsetzen. Das Problem ist nur, dass die meisten Netzbetreiber in denselben attraktiven Regionen ausbauen möchten, wodurch zu befürchten ist, dass es dort zu einem Überbau kommt und die entstandenen Netze nicht die geplante Auslastung und damit eine geringere Wirtschaftlichkeit erhalten. Wenn es jedoch nicht zu einem Überbau kommen sollte, würde dies bedeuten, dass nicht alle Netzbetreiber ihre geplanten Verbindungen legen könnten. 

Lösungsvorschläge von PwC

Um die Probleme der Glasfaser-Branche zu lösen, schlägt Pwc den Unternehmen zunächst vor, sich auf bestehende Netzanschlüsse zu fokussieren und deren Aktivierung voranzutreiben. 

Außerdem wird die Nutzung von Open Access nahegelegt. Dies würde bedeuten, dass sich die Netzbetreiber bestehende Netzwerkverbindungen teilen, um den Überbau einzudämmen, die Amortisationszeiten zu fördern sowie die Aktivierungsquoten zu steigern. Bisher stellte sich das Konzept Open Access jedoch als nur schwer umsetzbar dar, da gemeinsame Schnittstellen bisher oft nicht vereinheitlicht wurden und sich die Aushandlung von Kooperationsverträgen mühsam gestaltete.

Sollten sich die Fokussierung auf bestehende Anschlussleitungen und der Zusammenschluss mit anderen Netzbetreibern bzw. die Nutzung gemeinsamer Anschlussleitungen als unwirksam herausstellen, wird den Netzbetreibern geraten, ihre Marktposition zu analysieren und rechtzeitig abzuschätzen, wann der Verkauf eigener Anschlussleitungen sinnvoll sein kann. 

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