29. Juli 2021 (aktualisiert am 18. August 2021)      Erstellt von Viktoria Szostakowski     Arbeitsleben

Motivationsflaute? So behalten Sie Ihre Angestellten an Bord

Es passiert nicht selten, dass Mitarbeiter aufgrund mangelnder Arbeitsbedingungen ihre Bereitschaft und Motivation am Arbeitsplatz vernachlässigen. Unmotivierte Mitarbeiter erledigen oft nur die notwendigste Arbeit, warten auf Anweisungen und vermeiden Eigeninitiative und halten sich bei der Einbringung neuer Ideen zurück. Dieser Umstand ist sowohl für die betroffene Person als auch für das Team gefährlich, da schlechte Energien am Arbeitsplatz die Produktivität und Zufriedenheit hemmen. Es bildet sich schnell eine Spirale der Lustlosigkeit. In unserem Artikel erfahren Sie, was die Gründe für eine antriebsarme Haltung von Mitarbeitern sein können und wie Sie diesen Umstand vermeiden.

Potenzielle Gründe für Motivations-Downs

Die Gründe, weshalb Mitarbeiter sich lustlos und zurückhaltend am Arbeitsplatz verhalten, können zahlreich sein. Neben privaten Krisen können auch die Bedingungen am Arbeitsplatz die Ursache sein. Als Chef können Sie deshalb gezielt die Arbeitsbedingungen reflektieren und analysieren und davon ausgehend Veränderungen herbeiführen, die hinterher hängende Mitarbeiter wieder zurückholen.

Mikromanagement

Mikromanagement beschreibt ein extrem kontrollierendes Verhalten seitens der Unternehmensführung. Wenn Sie als Chef Ihre Mitarbeiter kontrollieren, indem Sie sämtliche Dokumente und Schreiben überprüfen, alle Aufgaben mit bestimmenden Anweisungen und Regeln verhängen, Pausen, Urlaub und Homeoffice genaustens überwachen und somit eine Angst vor Fehlverhalten schaffen, führen Sie ein Mikromanagement und killen somit die Motivation Ihres Teams.

Mikromanagement ist oft die Folge von Unsicherheit. Durch den Einsatz von Mikromanagement wird erhofft, dass das Team besser zusammengehalten werden kann und Prozesse besser überblickt werden können. Tatsächlich ist jedoch das Gegenteil der Fall. Mitarbeiter fühlen sich durch massive Kontrolle eingeengt und kriegen das Gefühl, nicht in ihrer Position ernst genommen zu werden. Zudem geht das Gefühl einer Verantwortlichkeit für die eigene Leistung verloren.

Nacharbeit und Korrektur

Oft beabsichtigt die Führungskraft die von Mitarbeitern fertiggestellte Arbeiten zu überprüfen und gegebenenfalls Anmerkungen zur Nacharbeit zu hinterlassen oder auch eigene Korrektur vorzunehmen. Dies ist in vielen Fällen nachvollziehbar und auch von Vorteil, jedoch sollte es nur im geregelten und angebrachten Maße geschehen.

Enorm häufiges Nacharbeiten kann auch falsche Signale senden. So können sich Mitarbeiter entmutig fühlen, da ihnen das Gefühl von mangelhafter und nicht ausreichender Arbeit vermittelt wird. Ständige Nacharbeit, die kein Platz für eigene Leistung des Mitarbeiters lässt, wirkt sich somit negativ auf die Motivation, Produktivität und Kreativität der Angestellten aus. Die damit signalisierte Überlegenheit zeugt im Grunde genommen von einem Ego-Problem der Führung.

Mauern bauen

Für die Dynamik eines Unternehmens ist die Entwicklung neuer und kreativer Ideen äußerst erforderlich. Werden jedoch kreativen Köpfen Grenzen gesetzt, indem neue Ideen kleingeredet, aufgeschoben oder ständig kritisiert und nicht wahrgenommen werden, schwindet die Bereitschaft zu Innovation und Entwicklung.

Chefs, die ihren Mitarbeiter immer wieder bremsen und ihre Einfälle nicht genügend berücksichtigen, stellen sich und Ihrem Unternehmen eigene Hindernisse auf. Werden Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Einfälle nicht gefördert und wahrgenommen, passiert genau das Gegenteil. Es wird signalisiert, dass Eigeninitiative nicht erwünscht ist. Die Folge ist eine passive, nicht reflexive Arbeitseinstellung des Teams.

Fake Work

Bei Fake Work handelt es sich kurz gesagt um einen enormen Arbeitsaufwand, der jedoch nicht viele nennenswerte Resultate und stattdessen Überforderung und Niedergeschlagenheit hervorbringt. In unserem Blog haben wir bereits einen ganzen Beitrag dem Thema Fake Work gewidmet.

Fake Work resultiert oft in Stress und schlussfolgernd in Überanstrengung, Stagnation und Motivationslosigkeit. Mitarbeiter, die ständig mit Fake Work konfrontiert werden, fühlen sich schnell nutzlos und geben sich schneller auf.

Leistungsdruck und ständige Wachstumsziele

Um ein erfolgreiches Unternehmen zu führen, ist es sehr wichtig, klar definierte Ziele aufzustellen. Jedoch muss hierbei beachtet werden, dass diese realistisch bleiben und den gegebenen Ressourcen entsprechen. Die erwartete Motivation und Zielstrebigkeit können schnell in Überforderung, Lustlosigkeit und Druck kippen. Ständig erweiterte Ziele können die Sorge auslösen, bald nicht mehr mithalten zu können. Eine mögliche Konsequenz ist, dass Ziele immer kleiner definiert und gedacht werden, um keine Enttäuschung herbeizuführen.

Damit eine Abteilung ihr Ergebnis stetig verbessert, muss entsprechende personelle und/oder technische Unterstützung gegeben sein. Nicht der Druck soll die Leistung erhöhen, sondern die Gestaltung der Arbeitsabläufe.

Fazit: Motivationsverlust ist ein Führungsproblem

Tiefpunkte in der Arbeitsbereitschaft eines Mitarbeiters können unterschiedliche Gründe haben. So können auch private Angelegenheiten oder allgemeine Unzufriedenheit eines Mitarbeiters sich auf seine Arbeitsmoral auswirken. Jedoch ist auch die Organisation und die Führungspolitik oft die Ursache für herrschende Unzufriedenheit und Motivationsflauten am Arbeitsplatz.

Eine professionelle Führungskraft sollte den Spagat zwischen Führung und Förderung seiner Mitarbeiter schaffen. Das bedeutet nicht, dass in kurzen Intervallen immer wieder die maximale Leistung erzwungen werden soll. Stattdessen soll durch respektvolles Miteinander, gegenseitige Anerkennung und Betonung der Fähigkeiten eines jeden Mitarbeiters die Bereitschaft, Dynamik und Freude am Job geweckt werden. Denn auf diese Weise fühlt sich jeder Mitarbeiter als wertvolles Teammitglied. Mitarbeiter fühlen sich dann in ihrem Job sicherer und sind eher zu Engagement, der Einbringung neuer Ideen und an der Mitgestaltung der Unternehmensentwicklung interessiert.


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