Was ist ein Broadcast?
Der Begriff „Broadcast“ stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Sendung“, „Übertragung“, „Rundfunk“ oder „Rundruf“. Er hat seinen Ursprung im Radio und Fernsehen und bezeichnet in diesem Zusammenhang die Ausstrahlung von den entsprechenden Sendungen über das Funknetz.
Im Computernetzwerk handelt es sich bei einem Broadcast um eine Mehrpunktverbindung, über die eine Nachricht an sämtliche Teilnehmer eines Netzwerks übertragen wird, ohne dass diese wissen, wer die Nachricht noch empfangen hat. So müssen die Nachrichten nicht mehrfach versendet werden. Um die jeweiligen Empfängeradressen zu ersetzen, kommt eine sogenannte Broadcast-IP zum Einsatz.
Technisch bedeutet dies, dass ein Datenpaket an eine spezielle Broadcast-Adresse gesendet wird, die als besondere IP Address innerhalb eines Network definiert ist. Diese Adresse sorgt dafür, dass die Nachricht zu jedem „Host“ innerhalb des Netzwerkes zugestellt wird. Ein Broadcast ist damit eine Kommunikationsform, bei der Daten an alle Geräte eines Segments übertragen werden.
Was sind die Grundlagen der Broadcast-Technik?
Einen wesentlichen Baustein bei der Übertragung von Nachrichten an alle Geräte innerhalb eines Netzwerks stellt die Broadcast-Adresse dar, die sich aus der gültigen IP-Adresse sowie der Netzmaske zusammensetzt. Diese Adresse gewährleistet, dass die Datenpakete eindeutig vom Absender zu den Empfängern weitergeleitet und zugestellt werden, damit alle Geräte eines Netzwerks miteinander verbunden werden können.
Eine Broadcast-Adresseist eine spezielle Adresse, bei der alle Host-Bits auf 1 gesetzt sind. Sie entsteht aus der Netzwerkadresse und der Subnetzmaske. Die Berechnung der Broadcast-Adresse erfolgt daher stets auf Basis der zugrunde liegenden IP-Adresse und Subnetzmaske.
Allgemein lassen sich zwei Broadcast-Arten unterscheiden:
- Limited Broadcast: Im Rahmen des Limited Broadcast wird die IP-Adresse 255.255.255.255 immer als Ziel angegeben. Technisch betrachtet zielt er zwar auf alle IP-Adressen ab, praktisch gesehen liegt das Ziel jedoch im lokalen Netzwerk und kann durch einen Ethernet-Broadcast umgesetzt werden. Durch einen Router wird keine Weiterleitung vorgenommen. Man spricht hier auch vom „limited broadcast“ oder „limit broadcast“, da die Adressenicht über Subnetzgrenzen hinweg geroutet wird.
- Directed Broadcast: In diesem Fall werden alle Empfänger in einem Zielnetzwerk adressiert. Die Broadcast-Adresse ergibt sich dabei aus einer Kombination der Nummer des Zielnetzwerks sowie dem Setzen aller Host-Bits auf 1. Die Datenpakete werden über einen Router weitergeleitet, sofern sich das Ziel in einem externen Netz befindet. Beim „directed broadcast“, genauer gesagt „the directed broadcast“, spricht man auch von einer gerichteten Broadcast-Übertragung. Technisch wird dies häufig als „IP-directed-broadcast“ bezeichnet, wobei die „directed-broadcast-address“ die jeweilige Ziel-Address darstellt.
Während bei IPv4 Broadcasts integraler Bestandteil der Adressierung sind, kennt IPv6 keinen klassischen Broadcast mehr. Hier wird stattdessen auf eine Multicast-Adresse zurückgegriffen.
Wie funktionieren Broadcasts im IP-Network?
Die Initiierung des Verbindungsaufbaus per Broadcast geht vom Sender der Nachricht aus. Dabei sendet dieser seine Adresse mit, sodass die Adressaten ihn kontaktieren können. Die übermittelten Datenpakete können sie anschließend öffnen, enthaltene Informationen interpretieren oder auch verwerfen.
Das sendende Gerät nutzt die Broadcast-IP, um ein Paket an alle Geräte im Netzwerk zu adressieren. Die Broadcast-IP-Adresse ist dabei eine reservierte Zieladresse. Jeder Host im Segment prüft, ob die Zieladresse der eigenen Umgebung entspricht.
Die Zustellung erfolgt per Broadcast, wodurch sämtlicher Broadcast-Verkehr im entsprechenden Segment verteilt wird. Jeder Host-IP-Address-Eintrag im Subnetz nimmt das Paket entgegen.
In vielen Fällen wird vorab das Address Resolution Protocol (ARP) verwendet, um die passende MAC-Address zu ermitteln. Dabei werden Anfragen ebenfalls als Broadcast versendet, um die physische MAC-Address eines Geräts zu bestimmen.
Die reservierte Broadcast-Adresse darf nicht einem einzelnen Gerät zugewiesen werden. Eineprivate IP innerhalb eines Subnetzes unterscheidet sich daher klar von der Broadcast-Adresse, da letztere ausschließlich für einen Broadcast vorgesehen ist.
Die Broadcast-Funktion wird auch in verschiedenen Messengern wie WhatsApp verwendet, um Inhalte bzw. verschiedenste Daten an viele Nutzer gleichzeitig zu übermitteln.
WhatsApp Broadcast und Broadcast-Liste erstellen
Inzwischen können nicht nur Privatpersonen, sondern auch Firmen den Broadcast Service in der WhatsApp Business App benutzen. Diese Funktion erweist sich bei der Kommunikation mit Kunden, Lieferanten oder Mitarbeitern als äußerst praktisch und zeitsparend.
Mit einem Whatsapp Broadcast können Sie eine Nachricht oder Daten, wie zum Beispiel auch Mediafiles, an mehrere Adressaten, wie zum Beispiel Ihre Kunden, gleichzeitig verschicken. Diese müssen sich dabei proaktiv anmelden. Zu diesem Zweck können Sie CTAs oder einen QR-Code auf Ihrer Webseite platzieren, über die Ihre Kunden eine „Start“-Nachricht per WhatsApp verschicken können, um den Versand zu beginnen.
Die Broadcast-Nachricht wird dabei an den privaten Chat mit den ausgewählten Personen versendet. Diese sehen bei dieser Funktion nicht, wer die Nachricht außerdem erhalten hat. Wenn Sie reagieren, wird die Antwort lediglich an den ursprünglichen Absender geschickt. Damit unterscheidet sich eine Broadcast-Liste wesentlich von einem Gruppenchat, in dem alle Teilnehmer und deren Antworten sichtbar sind, und ist im geschäftlichen Kontext meist sinnvoller.
Um Broadcast-Listen auf Ihrem iPhone zu erstellen, müssen Sie wie folgt vorgehen:
- Öffnen Sie die App auf Ihrem Smartphone.
- Tippen Sie unter „Chats“ auf „Broadcast“.
- Tippen Sie am unteren Bildrand auf „Neue Liste“.
- Wählen Sie die Kontakte aus, die Sie Ihrer Liste hinzufügen möchten. Sie können maximal 256 Empfänger zu Ihrer Liste hinzufügen. Klicken Sie anschließend auf „Erstellen“.



Für die Erstellung eines Broadcasts bei Android müssen Sie folgende Schritte befolgen:
- Öffnen Sie WhatsApp
- Gehen Sie rechts oben auf die drei Menüpunkte und tippen Sie auf „Neuer Broadcast“.
- Wählen Sie die Kontakte, die Sie Ihrer Liste hinzufügen wollen, und tippen Sie auf das Häkchen-Symbol
Die Voraussetzung dafür, dass Kontakte aus Ihrer Liste die Nachricht empfangen können, ist, dass Sie die Telefonnummer des Rezipienten in Ihrem Adressbuch gespeichert haben.
Wie unterscheiden sich gängige Routing-Schemata im Broadcasting?
Es gibt verschiedene Kommunikationsformen, die festlegen, auf welche Art und Weise Datenpakete über ein Netzwerk übertragen werden. Die drei Formen Unicast, Broadcast und Multicast sind die geläufigsten.
- Unicast: Bei einem Unicast wird ein Datenpaket lediglich an einen einzigen Empfänger gesendet.
- Broadcast: Broadcast-Nachrichten werden an alle Empfänger innerhalb eines Netzwerks gleichzeitig übermittelt.
- Multicast: Im Rahmen von Multicast-Routing werden Nachrichten nur an eine Empfängergruppe geschickt, die sich zuvor für den Multicast-Dienst angemeldet hat. Dabei wird eine spezielle Gruppenadresse genutzt.
Im Vergleich dazu adressiert ein Broadcast stets alle Geräte eines Segments. Während Unicast eine gezielte Adresse zu einem einzelnen Gerät nutzt und Multicast eine Gruppenadresse verwendet, richtet sich die Broadcast-IP für ein Subnetz immer an sämtliche Teilnehmer dieses Netzwerks. Dadurch kann ein Gerät im Rahmen eines Netzwerks einen Broadcast senden, um mit allen Geräten gleichzeitig zu kommunizieren.
Gerade bei größeren Strukturen kann übermäßiger Broadcast-Verkehr jedoch die Performance des Netzwerkes beeinträchtigen, weshalb Router und Switches entsprechende Filtermechanismen einsetzen.
