16. März 2018     Erstellt von Melanie Heß     Telefonanlagen

VoIP-Telefonanlage

Die Zukunft der Unternehmenstelefonie ist die VoIP-Telefonanlage

Nicht nur durch die ISDN-Abschaltung wird auf IP-Telefonie umgestiegen, sondern auch wegen ihrer vielen Vorteile erfreut sich VoIP einer wachsenden Beliebtheit. Sowohl in privaten Haushalten als auch in Unternehmen setzen immer mehr Menschen auf die moderne Technologie. Und das aus gutem Grund: Telefonieren wird einfach, flexibel und bietet viel mehr Möglichkeiten als je zuvor.

Was ist eine VoIP-Telefonanlage?

„VoIP“ ist die Abkürzung für „Voice over Internet Protocol“. Wörtlich übersetzt bedeutet das „Sprache über Internetprotokoll“. Es gibt einige Begriffe, die als Synonyme verwendet werden: IP-Telefonie, VoIP oder einfach Internettelefonie. Sie alle treffen aber den Kern der Technik: Es wird über einen Internetanschluss telefoniert, und nicht mehr über einen Telefonanschluss. VoIP kann auch bei Telefonanlagen angewendet werden. Bereits heute profitieren viele Unternehmen von den Vorzügen einer VoIP-Telefonanlage oder auch einer Cloud-Telefonanlage. Das Verlegen einer analogen Telefonanlage in die Cloud sorgt für Kostenersparnis, Skalierbarkeit und hohe Effizienz. Welche Vorteile VoIP sonst noch mit sich bringt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Hintergründe der Umstellung auf VoIP

Die Digitalisierung ist seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. Ihr Ziel: Innovationen schaffen. Immer mehr Menschen nutzen das Internet, jüngere Generationen wachsen üblicherweise damit auf. Die Beweggründe sind einleuchtend: Einkaufen, Nachrichten austauschen, Informationen einholen und vieles mehr ist möglich mit nur wenigen Klicks. Auch die Arbeitswelt macht sich das Internet zunutze. Arbeitsschritte werden effizienter, Arbeitsplätze werden individualisiert. Das passiert in allen Bereichen, so eben auch in der Telefonie. Das Ergebnis ist VoIP. Wie rasant die Anzahl der VoIP-Anschlüsse per DSL in Deutschland steigt, zeigt diese Statistik der Bundesnetzagentur. War die Zahl 2006 noch verschwindend gering, so ist sie 10 Jahre später auf fast 17.000.000 Anschlüsse gestiegen. Tendenz steigend.

Statistik zur Verbreitung von VoIP Anschlüssen

Ist die geplante ISDN-Abschaltung der Telekom bis Ende 2018 erst einmal vollzogen, wird „ALL-IP“ der neue Standard in Deutschland werden. Es gibt dann ein Netz, über das sowohl telefoniert, als auch gestreamt oder gesurft werden kann.

Wie funktioniert Internettelefonie in Unternehmen?

Für ein modernes Unternehmen ist VoIP fast schon ein Muss. Höhere Effizienz sowie Flexibilität ermöglichen neue Arbeitswege und erleichtern den Alltag. Egal ob großes Unternehmen, kleines Unternehmen oder Startup: VoIP ist anpassungsfähig und bietet für jeden eine passende Lösung. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder Sie entscheiden sich für eine stationäre, IP-fähige Telefonanlage, oder Sie verzichten auf Hardware und nutzen eine Cloud-Telefonanlage. Man spricht bei der stationären Anlage auch von einer „On-Premise“-Lösung, bei der Cloud-Anlage von einer „On-Demand“-Lösung. Beide Möglichkeiten haben ihre Vorzüge. Nachfolgend werden diese genauer erläutert.

On-Premise-Lösung

Diese Variante eignet sich besonders für große Unternehmen oder wenn in Ihrer Region eine niedrige Bandbreite vorliegt. Durch die Verwendung einer physischen Telefonanlage kann trotzdem eine stabile Sprachübertragung gewährleistet werden. Durch den stetig weiterlaufenden Breitbandausbau sollte langsames Internet jedoch bald der Vergangenheit angehören. Die Deutsche Bundesregierung sieht den Ausbau digitaler Infrastrukturen als ein wichtiges Handlungsfeld an.

„Deutschland will eine Vorreiterrolle bei der Durchdringung und Nutzung digitaler Dienste einnehmen.“ (Aus SIP und VoIP arbeiten zusammen bzw. SIP macht VoIP erst möglich.

Eine Telefonanlage lässt sich mittel SIP-Trunk mit dem Internet und dem Provider verbinden. Ein Gesprächsaufbau erfolgt über den Provider, der an die Endgeräte vermittelt. Das geschieht über Sprachkanäle. Die Anzahl zur Verfügung gestellter Sprachkanäle kann angepasst werden.

On-Demand-Lösung / Cloud-Telefonanlage

Der Hauptunterschied zu einer On-Premise-Lösung ist folgender: Es handelt sich nicht um eine physische Anlage, sondern um eine Software, die Sie aus der Cloud beziehen. Eine Cloud-Telefonanlage wird in einem Rechenzentrum gehostet. Die Anschaffung von Hardware ist nicht notwendig.

Vorteile:

  • Niedrigere Kosten: Teure Hardware, hohe Wartungskosten und Bezahlung des IT-Personals werden überflüssig.
  • Einfache Bedienung: Die Cloud-Telefonanlage kann von jedem über den Webbrowser bedient werden.
  • Skalierbarkeit: Die Telefonanlage wächst mit Ihrem Unternehmen. Rufnummern können flexibel hinzugebucht werden. So zahlen Sie nur, was Sie nutzen.
  • Standortunabhängigkeit: Telefonieren Sie überall da, wo Sie eine Internetverbindung haben. Und das von Ihrem IP-Telefon, Smartphone oder Computer.
  • Sicherheit: Das Hosting in Hochsicherheits-Rechenzentren sorgt für hohe Sicherheit und minimiert die Ausfallgefahr.
  • Übertragung der Verantwortung: Um Sicherheits- und Softwareupdates kümmert sich Ihr Provider.

Hürden:

  • Augen auf bei der Provider-Wahl: Verschiedene Anbieter bieten auch verschiedene Lösungen. Achten Sie auf einen seriösen Provider.
  • Internetbandbreite: Die Bandbreite muss ausreichend sein, um Gesprächsabbrüche oder schlechte Qualität zu vermeiden.

Eine Cloud-Lösung bietet einige Vorteile gegenüber einer stationären Telefonanlage. Gerade die einfache Bedienung und die Kosteneinsparung sollten beachtet werden.

Voraussetzungen für IP-Telefonie

Wichtigste Grundlage ist eine durchgehend stabile Internetverbindung. Sonst leidet bei einem Telefongespräch schnell die Qualität der Sprachübertragung, oder es kann zu Verbindungsabbrüchen kommen. Wir empfehlen die benötigte Bandbreite vorab auszurechnen. Die erforderliche Bandbreite setzt sich zusammen aus den parallel geführten Gesprächen und der sonstigen Internetnutzung durch Recherchen, E-Mail Verkehr etc.

Zur Orientierung: Pro VoIP-Gespräch sollten bis zu 150 kBit/s im Up- und Downstream eingeplant werden (z.B. bei HD-Telefonie – bei Standard-Qualität fallen ca. 80-100 kBit/s an). Sind in Ihrem Unternehmen 10 Mitarbeiter tätig, bedeutet das, dass 10 parallele Gespräche möglich wären. Dann bedarf es ca. 1,5 Mbit/s. Bei ADSL-Anschlüssen muss beachtet werden, dass Upstream und Downstream asymmetrisch verlaufen, das heißt, dass der Upstream in der Regel deutlich langsamer ist als der Downstream. Bei kleinen Unternehmen ist ein ADSL-Anschluss jedoch trotzdem meistens ausreichend. In großen Unternehmen kann über einen SDSL-Anschluss nachgedacht werden. Bei diesem verlaufen Up- und Downstream nämlich symmetrisch, also gleich hoch.

Tipp: Bei vielen Routern können IP-Telefonate priorisiert werden. Die Funktion nennt man „Quality of Service“ (QoS). Andere Up- oder Downstreams werden dann den IP-Gesprächen nachgestellt. Bei vielen Routern ist das aber auch schon in den Voreinstellungen verankert.

Häufig gestellte Fragen zur VoIP-Telefonanlage

Kann ich meine alte ISDN-Telefonanlage weiterverwenden?

Über SIP-Trunk kann auch eine analoge Telefonanlage an das Internet angeschlossen werden. Vor allem wenn der Kauf der Anlage noch nicht lange zurückliegt, ist das eine gute Möglichkeit VoIP zu nutzen und trotzdem nicht auf die Telefonanlage verzichten zu müssen. SIP-Trunk wandelt analoge Signale in digitale um. Für einen Einstieg in die IP-Telefonie oder als Übergangslösung ist diese Alternative jedoch durchaus geeignet. Auf Dauer ist ein Umstieg auf eine Cloud-Telefonanlage empfehlenswert.

Sind neue Endgeräte erforderlich?

Grundsätzlich empfiehlt sich die Verwendung von IP-Telefonen. Dieses sind Standard-Telefone, die über VoIP funktionieren. Sie haben also keinen Analog- oder ISDN-Anschluss mehr, sondern eine Buchse für das LAN-Kabel. Manche analogen Telefone können jedoch durch einen Adapter VoIP-fähig gemacht werden – hier leidet allerdings häufig der Funktionsreichtum und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Technologien ist fehleranfällig. Eine Übersicht von IP-Telefonen finden Sie auch im fonial Shop.

Wie kann ich mein Smartphone integrieren?

Mittels sogenannter „Softphones“ können Smartphones als IP-Endgeräte benutzt werden. Dazu muss eine Applikation heruntergeladen werden, die dann mit einer Rufnummer verbunden werden muss. Softphones können für unterwegs praktisch sein. Für Vieltelefonierer oder Mitarbeiter im Büro ist ein IP-Telefon jedoch empfehlenswert.

Wann wird ISDN abgeschaltet werden?

Die Deutsche Telekom plant bis Ende 2018 alle ISDN-Anschlüsse abgeschaltet zu haben. Andere Anbieter werden nachziehen. Im Jahr 2022 wird es nach Schätzungen kein ISDN in Deutschland mehr geben.

Was ist DSL?

DSL bedeutet „Digital Subscriber Line“. Es handelt sich um einen Breitband-Internetzugang. Darüber werden digitale Daten versendet oder empfangen.

Was bedeutet SIP?

Das „Session Initiation Protocol“ ist verantwortlich für den Gesprächsauf/-abbau bei einem VoIP-Gespräch. Es handelt sich im ein Internetprotokoll.

Wie viele Mitarbeiter können über eine Cloud-Telefonanlage telefonieren?

Die Anzahl der Mitarbeiter ist im Prinzip nicht begrenzt. Sie können jederzeit neue Rufnummern hinzubuchen. Diese können je nach Gebrauch aktiviert oder deaktiviert, und einem Mitarbeiter zugeordnet werden.

Wie lange dauert es, bis ich die Cloud-Telefonanlage nutzen kann?

Nach einer Rufnummernbestellung dauert es bei fonial in der Regel ca. eine Stunde, bis diese auch freigeschaltet werden. Danach können Sie diese einrichten und verwenden.

Kann ich die Cloud-Telefonanlage auf einer Dienstreise nutzen?

Voraussetzung zur Nutzung der Cloud-Telefonanlage ist ein Internetanschluss. Ist dieser gegeben, haben Sie von überall aus Zugriff auf Ihr Kundenkonto. Auch auf Dienstreisen können Sie unter Ihrer gewohnten Rufnummer erreichbar sein, wenn diese vorher mit dem IP-fähigen Endgerät verbinden, das Sie auf der Reise dabeihaben.