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DTMF Tastentöne

  • 11. November 2016
  • Funktionen
  • erstellt von Jennifer Klöckner

Was ist DTMF und wozu brauche ich es? 

Im täglichen Leben nutzen Sie es sicher sehr häufig und doch ist es eine Funktionalität aller Telefone, die wahrscheinlich zu den am wenigsten beachteten gehört: Die Tastentöne – alias: DTMF. Doch was ist DTMF eigentlich und wozu brauchen Sie diese Funktion? 

DTMF Töne sind Tastentöne, die von Ihrem Telefon gesendet werden, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen. DTMF wird meist für die Fernabfrage von Mailboxen, die Steuerung von Dialogsystemen (wie z.B. einer IVR) in Call-Centern oder die Einwahl in eine Konferenz-Rufnummer via PIN-Eingabe genutzt. Sie kennen sicher die Ansage „Um mit dem Kundensupport zu sprechen, drücken Sie die 1“ – Ihr Tastendruck signalisiert dann, dass Sie gern mit dem Kundensupport verbunden werden möchten. Das System erkennt die gedrückte Taste an dem Ton, der dabei übertragen wird.

DTMF ist ein englischer Begriff. Es heißt ausgeschrieben „Dual Tone Multifrequency“ und ist weltweit standardisiert. Im Deutschen ist meist vom Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV) die Rede.

Und so funktioniert DTMF: Beim Druck auf jede Ziffer werden Töne erzeugt, die aus zwei verschiedenen Frequenzen bestehen. Das antwortende System erkennt diese Töne und führt die entsprechende Funktion aus – zum Beispiel das Abspielen Ihrer Mailboxnachrichten oder den Verbindungsaufbau zum gewünschten Ansprechpartner. Die Tonfrequenzen ergeben sich dabei aus der Tastenposition – und so ist auch die heutig bekannte Anordnung der Telefontasten entstanden. 

DTMF wurde in den sechziger Jahren in den USA von den Bell Laboratories als „Touch Tone“ eingeführt. Bevor DTMF Einzug in die Telekommunikation erhielt, war das Impulswahlverfahren (IWV) gang und gäbe. Bei diesem Verfahren wurden die elektromechanischen Impulse von der Wählscheibe erzeugt, die durch die so genannten „Wähler“ in den Vermittlungsstellen interpretiert werden konnten. Bei DTMF sind hingegen elektronische Schaltungen erforderlich.

Obwohl die Vermittlungsstellen in Deutschland im Jahr 1990 digitalisiert wurden, erkennen diese noch heute beide Verfahren. Auch werden heute immer noch Telefone für den internationalen Markt gebaut, die das alte Impulswahlverfahren unterstützen. Der Grund: In einigen Ländern hat eine Modernisierung noch nicht stattgefunden – die Vermittlungsanlagen dort verstehen nur das alte System.

Und auch in der heutigen Zeit stehen wir wieder vor einem Umbruch – der Abschaltung der alten Netze zugunsten von Voice Over IP. Um auch bei der Internet Telefonie DTMF und so die Nutzung von IVRs, Fernabfragen usw. möglich zu machen, werden bei VoIP Verfahren eingesetzt, die Mehrfrequenztöne in Daten kodiert übermitteln. So ist der Ton nicht mehr entscheidend für die Nutzung dieser Funktionen, sondern die gesendeten Daten.